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Allein auf weiter Flur: Harald Katz vom Pforzheimer Stadtarchiv am Gedenkstein im Hagenschieß – 71 Jahre nach den hier begangenen Morden. Foto: Seibel
Allein auf weiter Flur: Harald Katz vom Pforzheimer Stadtarchiv am Gedenkstein im Hagenschieß – 71 Jahre nach den hier begangenen Morden. Foto: Seibel
30.11.2015

Stilles Gedenken mit nur einem Teilnehmer

Da stehen sie also. Schweigend. Im Regen. Drei Pforzheimer, die der 25 französischen Widerständler gedenken, ermordet von der Gestapo am 30. November 1944 im Hagenschieß. Zwei der Anwesenden sind Pressevertreter. Dritter im Bunde ist Harald Katz vom Stadtarchiv – als Repräsentant der Stadt.

Kein Bürgermeister, keine Stadträte, keine Vertreter der Deutsch-Französischen Gesellschaft, keine, die sonst oft an Nazi-Gräuel erinnern.

„Vergessen wäre das Schlimmste, was wir diesen 25 Frauen und Männern antun könnten“ – das waren die Worte von OB Gert Hager vor genau einem Jahr. 30 Personen hatten sich damals – 70 Jahre nach der Erschießung von sieben Frauen und 18 Männern der Gruppe „Réseau Alliance“ – an der Buswendeschleife oberhalb der Hochschule versammelt. Dort, wo im Stadtwald 25 französische Widerständler durch einen Genickschuss getötet und in einem Bombentrichter verscharrt worden waren. Dort, wo seit 2008 ein Gedenkstein an die Ermordeten erinnert. Zum stillen Gedenken inklusive Kranzniederlegung hatte die Stadtverwaltung in diesem Jahr eingeladen.

Vor wenigen Tagen haben Deutsche den Franzosen angesichts der Terroropfer in Paris ihre Solidarität bekundet. Nun aber ist niemand auf die Idee gekommen, mit einer Schulklasse zum Geschichtsunterricht vor Ort zu gehen. „Dann lassen Sie uns doch kurz der Toten gedenken“, nimmt Katz die Sache in die Hand. Kommt ja doch keiner mehr.

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