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Bunte Bilder haben die Kinder zusammen mit den Museumspädagoginnen Sandra Rapp (Mitte) und Uta Gruber Balleher angefertigt. Oberbürgermeister Peter Boch freut sich darüber. Foto: Roller
Bunte Bilder haben die Kinder zusammen mit den Museumspädagoginnen Sandra Rapp (Mitte) und Uta Gruber Balleher angefertigt. Oberbürgermeister Peter Boch freut sich darüber. Foto: Roller
08.05.2019

Stillplatz im Rathaus – Flyer und Aufkleber zeigen Müttern den Weg

Pforzheim. Ein „weiterer Mosaikstein hin zur familienfreundlichen Großstadt“ soll sie laut Oberbürgermeister Peter Boch sein: Die Stillecke, die am Mittwoch im Pforzheimer Rathaus eingeweiht wurde und jungen Eltern das Leben erleichtern soll.

Im zweiten Obergeschoss des alten Rathauses steht hinter einer Stellwand nicht nur ein bequemer Sessel für die Frauen bereit, sondern auch ein kleiner Tisch mit Stühlen und Spielsachen für Kleinkinder. Dort sollen Frauen zukünftig in aller Ruhe ihr Baby stillen können – diskret, in der Nähe der Wickeleinrichtung und in einem Bereich, der von vielen Familien mit Kindern frequentiert wird. An den Wänden hängen Bilder, die Kinder im Rahmen einer Kooperation mit dem Kinderschutzbund selbst angefertigt haben.

Der Bedarf an geeigneten Stillplätzen sei groß in Pforzheim, sagt Carola Pigisch. Die städtische Beauftragte für Familienfreundlichkeit war in der Vergangenheit zusammen mit stillenden Müttern in Pforzheim unterwegs, um nach Orten zu suchen, die sich dafür eignen. Das Ergebnis ist ein Flyer, der auf einer Karte anzeigt, wo sich Wickelplätze, Stillplätze und stillfreundliche Umgebungen befinden. Ein im Eingangsbereich der Einrichtungen gut sichtbar angebrachter Aufkleber schafft zusätzlich Orientierung. 15 Unternehmen und Einrichtungen im gesamten Stadtgebiet sind schon dabei, darunter auch der Wildpark, die Schmuckwelten, das Gasometer, die Schlösslegalerie, das Reuchlinhaus und die Stadtbibliothek. „Wir hoffen, dass noch mehr dazukommen“, sagt Pigisch.

Indessen scheinen stillende Mütter nicht überall in Pforzheim gern gesehen zu sein. Am Rande des Pressetermins im Alten Rathaus gab eine Frau gegenüber der „Pforzheimer Zeitung“ an, in einer Gastronomie im Bereich der Oststadt würden Mütter zum Stillen auf die Toilette verwiesen oder zum Gehen aufgefordert. „Es gibt viele, die sich nicht mehr trauen, mit ihren kleinen Kindern dort hinzugehen.“