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Am Platz der Synagoge wurden 2008 die ersten vier „Stolpersteine“ – für die nach Gurs deportierte jüdische Familie Eckstein – verlegt. Hans Mann (Dritter von links) führt interessierte Bürger auf den Spuren der Steine durch die Innenstadt.  Foto: Ketterl
Am Platz der Synagoge wurden 2008 die ersten vier „Stolpersteine“ – für die nach Gurs deportierte jüdische Familie Eckstein – verlegt. Hans Mann (Dritter von links) führt interessierte Bürger auf den Spuren der Steine durch die Innenstadt. Foto: Ketterl
09.11.2015

Stolpersteine erinnern an das Schicksal von Juden während der Nazi-Herrschaft

Pforzheim. An Typhus zugrunde gegangen, in die Gaskammer gesteckt, vor Erschöpfung gestorben, Schicksal ungewiss – aktuell erinnern 176 sogenannte „Stolpersteine“ an das Schicksal von Pforzheimer Juden oder Gegnern des nationalsozialistischen Regimes. Die meisten dieser jüdischen Mitbürger wurden am 22. Oktober 1940 zusammengetrieben und vom Hauptgüterbahnhof aus ins französische Internierungslager Gurs gekarrt. Viele starben im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Ohne Menschen wie Hans Mann gäbe es die Pforzheimer Beteiligung an der „Stolperstein“-Aktion nicht. Die von ihm und Mitstreitern gegründete Initiative, deren Schirmherrschaft seit 2013 Oberbürgermeister Gert Hager hat, firmiert unter dem Dach der Löblichen Singergesellschaft von 1501 Pforzheim. Am Montag führte Mann rund zwei Dutzend Interessierte eineinhalb Stunden lang an ausgewählte Orte in der Innenstadt, an denen der Kölner Künstler Gunther Demnig die Messing-Quader im Zuge mehrerer Aktionen verlegt hatte – nach der Vorarbeit durch die Technischen Dienste und der Vorab-Informierung der Hausbesitzer, die gerade in den Anfangsjahren nicht immer hinnehmen wollten, dass Steine an die Deportation von Menschen erinnern, die einst in diesen Häusern als ganz normale Pforzheimer lebten. Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“.