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06.03.2008

Streik-Chaos bleibt aus

PFORZHEIM. Staus auf den Straßen, wartende Fahrgäste und Eltern, die ihren Nachwuchs zu Hause betreuen mussten – die landesweiten Warnstreiks im öffentlichen Dienst betrafen gestern viele Menschen im Südwesten.

Tausende Menschen kamen zu spät zur Arbeit oder Schule, weil in den meisten Großstädten Bahnen und Busse im Depot blieben. Das befürchtete Chaos im Berufsverkehr blieb nach Angaben der Polizei aber aus. Ebenfalls bestreikt wurden Kindergärten, Krankenhäuser, Schleusen, Behörden, die Müllabfuhr und die Straßenreinigung.

In Pforzheim warteten zum Teil Grundschüler an den Haltestellen und wunderten sich darüber, dass kein Stadtbus fuhr. Viele Schüler und Arbeitnehmer gingen zu Fuß oder waren mit dem Fahrrad unterwegs. Die Taxifunkzentrale registrierte mit 100 Fahrten zwischen 6 und 10 Uhr etwa ein Fünftel mehr als sonst. Zu Verkehrsproblemen kam es nicht, die Arbeitskampf-Folgen hielten sich in Grenzen.

25 000 Beschäftigte im Ausstand

Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di beteiligten sich an den Warnstreiks in Baden-Württemberg, rund 25 000 Beschäftigte aus fast 200 Dienststellen. Die Gewerkschaft verlangt für die bundesweit 1,3 Millionen Tarifangestellten des Bundes und der Kommunen acht Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro im Monat.

Die Arbeitgeber bieten fünf Prozent, allerdings verteilt auf zwei Jahre und bei Verlängerung der Wochenarbeitszeit. Sollten sich die Tarifpartner in der fünften und vorerst letzten vereinbarten Tarifrunde bis zum heutigen Freitag nicht einigen, will ver.di die Verhandlungen für gescheitert erklären, kündigte eine Funktionärin in Ulm an. 

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