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Halten die Zwischendecken? Baufahrzeuge liefern „Belastungsmaterial“. Foto: Ketterl
Halten die Zwischendecken? Baufahrzeuge liefern „Belastungsmaterial“. Foto: Ketterl
Pia Riegert-Matt ist die Hausherrin an der Bahnhofstraße 22. Foto: Lorch-Gerstenmaier
Pia Riegert-Matt ist die Hausherrin an der Bahnhofstraße 22. Foto: Lorch-Gerstenmaier
20.09.2016

Stress-Test für die Statik des ehemaligen Polizeireviers Nord

Pforzheim. Zutritt für Unbefugte verboten, hieß es am Dienstag an der Bahnhofstraße 22: Das ehemalige Polizeirevier Nord wurde einem statischen Belastungstest unterzogen. Das Gebäude war im Zweiten Weltkrieg durch den Bombenangriff vom 23. Februar 1945 schwer beschädigt worden und ist eine Liegenschaft des Landes Baden-Württemberg. „Hausherrin“ ist Pia Riegert-Matt, Leiterin des Amts Vermögen und Bau, eine Unterabteilung des Finanzministeriums.

Weshalb steht das markante Gebäude mit der Sandsteinfassade leer?

Das Polizeirevier Nord wechselte ins Direktionsgebäude auf der anderen Seite der Bahnhofstraße. Nach der Auflösung der Direktion im Zuge der Polizeireform 2014 gingen etliche Beamte der Kripo und des Stabes nach Karlsruhe. Wer noch im alten Revier Nord saß, kam ebenfalls im ehemaligen Hauptpost-Bau unter.

Was soll reinkommen?

Die Pläne sehen vor, dass die Auswärtigen Strafkammern des Landgerichts Karlsruhe und das Nachlassgericht an der Bahnhofstraße ihre neue Heimat finden. Damit wäre die Staatsanwaltschaft wieder alleiniger Herr im Haus an der Schulbergstaffel, und die Sitzungssäle an der Lindenstraße blieben dem Amtsgericht vorbehalten.

Klingt gut, hat aber einen Haken . . .

Nämlich die bescheidene Bausubstanz. Es musste schnell gehen mit dem Wiederaufbau. Nicht von ungefähr werden nun die Decken einem Belastungstest unterzogen. Wie bei einem Gewichtheber, der scheibchenweise Eisen nachlegt, wurden gestern spätere Lasten mit Sandsäcken simuliert. Vorsichtshalber waren die Decken mit Stützen abgesichert, um bei Nicht-Bestehen ein Durchkrachen zu verhindern. Durch das langsame Aufbringen der Lasten, so Riegert-Matt vor Ort, könne das Verformungsverhalten der Decken genau protokolliert werden. Abhängig davon werden ergänzende statische Ertüchtigungsmaßnahmen nötig.

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