760_0900_123671_quadrokopter.jpg
Ken Noé (links) und Marc Schulz sind stolz auf ihre Drohne. Jedes einzelne Bauteil haben die Absolventen des Bachelorstudiengangs „Maschinenbau“ selbst angefertigt. Auch die dazugehörige Software programmierten die Jungingenieure, die ihre Kenntnisse zwischenzeitlich im Masterstudiengang „Mechatronische Systementwicklung“ weiter vertiefen, eigenständig (das Foto entstand vor den coronabedingten Abstandsvorschriften).  Foto: Zundel/Hochschule 

Studenten aus Pforzheim konstruieren preisgekrönten Quadrocopter

Pforzheim. Der ThinKing-Award geht im Januar 2021 an die Hochschule Pforzheim. Zu Beginn des Jahres ehrt die Landesagentur für Leichtbau Baden-Württemberg damit zwei Studierende der Fakultät für Technik der Hochschule Pforzheim. Ken Noé und Marc Schulz entwickelten im Rahmen ihrer Bachelorabschlussarbeit „Entwicklung eines geführten Multicopter-Prüfstands unter Berücksichtigung von effizientem Leichtbau, einer echtzeitfähigen Funkübertragung in der Arduino-Entwicklungsumgebung sowie variabler Nutzlastzuladung zur gezielten Beeinflussung als auch Visualisierung interner PID-Regelvorgänge und anschließender Validierung der Systemeigenschaften“ einen Quadrocopter, der via Elektromagnet Lasten bis zum Vierfachen des Leergewichts transportieren sowie gezielt abfallen lassen kann.

60 Prozent an Masse verloren

Belohnt werde „die Engineering-Leistung zweier Studenten der Hochschule Pforzheim, die ihr Wissen aus unterschiedlichen Disziplinen konsequent eingesetzt und ein Studienprojekt mit beharrlichem Tüftler-Ehrgeiz in einen echten Leichtbau-Erfolg verwandelt haben. Der auf Leichtbau getrimmte Quadrocopter verlor 60 Prozent an Masse und trägt dennoch das Vierfache seines Eigengewichts“, so die offizielle Pressemitteilung der Leichtbau BW GmbH, die monatlich innovative Produkte oder Dienstleistungen aus Baden-Württemberg mit dem Award prämiert.

Marc Schulz und Ken Noé sind Absolventen des Bachelorstudiengangs „Maschinenbau/Produktentwicklung“ und aktuell Studierende des Masterstudiengangs „Mechatronische Systementwicklung“. Je mehr Wissen die angehenden Ingenieure sich aneignen konnten, desto professioneller wurden die Arbeitsschritte und desto besser schließlich das Ergebnis: „Es begann mit einer Projektarbeit im Bachelorgrundstudium, wurde fortgeführt in einer gemeinsamen Bachelorthesis und kommt nun, wo die beiden parallel zum Masterstudium auch als wissenschaftliche Mitarbeiter der Hochschule Pforzheim tätig sind, sogar zu Lehrzwecken für jüngere Semester zum Einsatz,“ so Professor Peter Heidrich, der die Studierenden im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Entwicklung innerhalb der vergangenen drei Jahre betreute.

Elektronik, Regelungs-, Steuerungs- und Displaytechnik, Softwareentwicklung, Informatik, Platinenfertigung, Leichtbau-Konstruktion und additive Fertigung – „wirklich ausnahmslos alles, was wir über unser gesamtes Studium gelernt haben, steckt in dieser Entwicklung“, so Ken Noé.

Fernbedienung überarbeitet

Die neue effiziente, kompakte Konstruktion vereint Ausleger und Grundplatte und entspricht hinsichtlich Verbindungstechniken, Kabelführung und Lötstellen-Sicherung dem neuesten Stand der Technik von Leichtbau-Multicoptern. Auch die dazugehörige kabellose Fernbedienung wurde überarbeitet und neu konstruiert. „Mittels 3-D-Druck-Verfahren haben wir die Gehäuse hergestellt. Um die Drohnensteuerung zu verbessern, mussten wir sowohl die Neigungs- als auch die Höhenregelung implementieren“, sagen die Studenten.