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Kulturamtsleiterin Angelika Drescher präsentiert die Gedenktafel zum 23. Februar in der Leopoldstraße. 20 solcher Tafeln sind in der Innenstadt aufgestellt worden. Sie zeigen, wie es nach dem Bombenangriff aussah. Foto: Meyer
Kulturamtsleiterin Angelika Drescher präsentiert die Gedenktafel zum 23. Februar in der Leopoldstraße. 20 solcher Tafeln sind in der Innenstadt aufgestellt worden. Sie zeigen, wie es nach dem Bombenangriff aussah. Foto: Meyer
11.02.2019

Stumme Mahner: Bildtafeln zum 23. Februar sind wieder da

Pforzheim. Kaum steht die Tafel, halten auch erste Passanten inne an der Ecke Leopoldstraße/Leopoldplatz. Eine Frau betrachtet das Schwarzweiß-Bild aus dem Jahr 1945. Es zeigt Ruinen, Trümmer, einige wenige Häuser. Das alles aus der Perspektive, aus der heraus man von dort auf die Leopoldstraße von heute hinab blickt.

Jährlich vor dem 23. Februar, dem Tag des Bombenangriffs 1945, als sich der Nazi-Krieg schließlich auch gegen Pforzheim richtete und innerhalb von 20 Minuten über 17.000 Menschen den Tod fanden, werden 20 Bildtafeln in der Innenstadt aufgestellt. Als Mahnung, was Krieg anrichtet, als Erinnerung an den Wert des Friedens, in dem Deutschland und der größte Teil Europas seitdem leben. Das für die Tafeln federführende Kulturamt hat ihre Gestaltung überarbeitet, weniger düster gemacht – die Motive blieben dieselben – und alle zwei Jahre statt der historischen Bilder Arbeiten von meist jungen Pforzheimern zu den Themen Krieg und Frieden gezeigt. Fürs Jahr 2020, wenn sich der Bombenangriff zum 75. Mal jährt, sei dies wieder geplant, berichtet Kulturamtsleiterin Angelina Drescher anlässlich der ersten Aufstellung von Bildtafeln für dieses Jahr. Die Stadt hat gute Erfahrungen gemacht, mit beiden Arten von Bildtafeln. Sie seien nie zerstört, beschmiert oder wie nun das Unterschriftenbuch zur Resolution gestohlen worden, sagt Drescher. Mal ein Aufkleber – das war das Äußerste.