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An der Wilferdinger Straße musste die Feuerwehr die Fahrbahn von herabgestürzten Ästen befreien. © Meyer
23.09.2018

Sturmtief "Fabienne": 76 Einsätze innerhalb von zwei Stunden

Das Sturmtief "Fabienne" hat vielerorts Verwüstungen angerichtet, auch in Pforzheim und der Region. Insgesamt 95 Einsätze hatte das Polizeipräsidium Karlsruhe bis zum Abend zu verzeichnen – 76 davon allein erreichten die Integrierte Leitstelle (ILS) für Pforzheim und den Enzkreis.

Darunter waren mehrheitlich abgebrochene Äste, umgefallene Bäume oder verwüstete Baustellen. Gleichzeitig kam es zu zwei Brandalarmen durch automatische Brandmeldeanlagen, bei denen es sich nach der Erkundung durch die Feuerwehr um einen Fehlalarm beziehungsweise eine technische Störung handelte. Zeitweise waren alle verfügbaren Streifen an unterschiedlichsten Orten im Einsatz. Neben der Goldstadt und der Region war auch der Großraum Karlsruhe erheblich von den Sturmböen betroffen.

Bildergalerie: Sturmtief "Fabienne" wütet in Pforzheim

Allein im Stadtkreis Pforzheim musste die Feuerwehr an 32 Einsatzstellen tätig werden.

Bei einem Verkehrsunfall im Bereich der Kelterstraße wurde eine eingeklemmte Person gemeldet. Drei Leichtverletzte wurden vom Rettungsdienst versorgt, die Feuerwehr musste nicht tätig werden.

Einen größeren Einsatz von Polizei und Feuerwehr gab es an der Wilferdinger Straße: Ein auf die Straße gestürzter Baum hat die Aufhängung der Straßenbeleuchtung mit heruntergerissen. Die Straße war zeitweise in beiden Richtungen gesperrt.

Im Innenstadtbereich hat der Sturm vor allem an Baustellen – wie etwa in der Fußgängerzone – zahlreiche Schilder, Absperrungen und Baumaterial umgeworfen oder zerstreut.

Auf der A8 gab es wegen der heftigen Regenfälle Aquaplaning-Gefahr, zu Unfällen kam es aber nicht.

Im Enzkreis wurden die Feuerwehren zu 44 Einsätzen alarmiert.

In Iptingen gab es eine Alarmierung wegen eines Wassereinbruchs.

In Wiernsheim hing ein Baum vom Bereich des Fußballplatzes, nachdem ein Teil abgebrochen war, gefährlich in Richtung Lindenstraße. Dieser wurde von der Feuerwehr gefällt, zersägt und in Absprache mit einem Anwohner in dessen Einfahrt gelagert.

Sehr lange hin zog sich ein Einsatz an der L1134 zwischen Wiernsheim und Mönsheim, wo ein Teil einer großen Esche vom Sturm abgerissen worden war und die Straße halbseitig blockierte. Angesichts der heftigen Sturmböen und der Höhe des angebrochenen Stamms wurde in Absprache zwischen dem zuständigen Förster und der Polizei entschieden, die Straße zwischen Ortsende Wiernsheim und Kreisverkehr Mönsheim über die Nacht voll zu sperren. Ein Fällen im Sturm war aus Sicherheitsgründen auch für einen Forstwirt aus den Reihen der Feuerwehr nicht machbar. Am Montagmorgen haben die Wiernsheimer Forstwirte schließlich mit technischer Unterstützung aus dem Gemeindebauhof den Stamm ohne größere Gefahr gefällt, so dass die Straße seit dem Vormittag wieder frei ist.

Zwischen Völkersbach und Burbach im Landkreis Karlsruhe riss die Oberleitung, ebenso in Daxlanden, wo eine Oberleitung in einen Garten hing. In Bretten-Gölshausen kam es zu Lichtbögen an der dortigen Hochspannungsleitung. In Langenalb prallte ein Gefrierschrank gegen ein fahrendes Auto. Der Schrank stand zur Schrottabholung am Fahrbahnrand.

Auf der K 3517 zwischen Odenheim und Kraichtal prallte ein Baum gegen ein Auto mit mit vier Insassen, diese blieben unverletzt.

Die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes werden stets von den Disponenten der ILS und Führungskräften der Berufsfeuerwehr Pforzheim beobachtet und bewertet. Noch vor Eintritt des Ereignisses wurde die ILS bereits personell verstärkt. Im weiteren Einsatzverlauf wurden weitere Disponenten der Feuerwehr und des Rettungsdienstes alarmiert, so dass die Entgegennahme der Notrufe und die Koordination der alarmierten Feuerwehren mit bis zu 15 Disponenten und Führungskräften stets zeitnah sichergestellt waren.

Neben der Berufsfeuerwehr waren die Abteilungen Brötzingen-Weststadt, Haidach, Dillweißenstein, Würm, Büchenbronn und Eutingen der freiwilligen Feuerwehr im Einsatz.

In anderen Teilen Deutschlands wütete der Sturm teilweise noch schlimmer: Ein kleiner Junge schwebt in Lebensgefahr, im benachbarten Bayern stirbt eine Frau. Bahnstrecken sind gesperrt.