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Mathe- und Chemielehrerin Samira Santak (rechts) hat ihre Schülerinnen Anouk, Sara und Kim (von links) für die Imkerei begeistert. Foto: Morelli
Mathe- und Chemielehrerin Samira Santak (rechts) hat ihre Schülerinnen Anouk, Sara und Kim (von links) für die Imkerei begeistert. Foto: Morelli
Einmal schlecken – und hoffen auf eine gute Honig-Ernte: Leah, Havvanur, Ashwarya und Malika (von links) mit ihrer Lehrerin Samira Santak. Foto: Morelli
Einmal schlecken – und hoffen auf eine gute Honig-Ernte: Leah, Havvanur, Ashwarya und Malika (von links) mit ihrer Lehrerin Samira Santak. Foto: Morelli
Nele hat eine Biene auf der Hand. Foto: Morelli
Nele hat eine Biene auf der Hand. Foto: Morelli
Unter Anleitung von Andreas Schütte bauen Aline, Kim, Sara und Anouk (von links) die Brutkästen zusammen. Foto: Morelli
Unter Anleitung von Andreas Schütte bauen Aline, Kim, Sara und Anouk (von links) die Brutkästen zusammen. Foto: Morelli
An der Zellengröße auf dem Rahmen wird das Geschlecht erkennbar. Foto: Morelli
An der Zellengröße auf dem Rahmen wird das Geschlecht erkennbar. Foto: Morelli
09.06.2017

Summ, summ, summ: Hilda-Schüler als Hobby-Imker

Während Schüler in den Klassenzimmern pauken, sind fleißige Bienen auf dem Schulgebäude aktiv. Dank einiger junger Hobby-Imker vom Hilda-Gymnasium fühlen sich die beiden Völker pudelwohl. Die PZ hat sie beim Imkern mitten in der Stadt begleitet.

Auf dem Dach des Hilda-Gymnasiums geht es seit einigen Wochen äußerst geschäftig zu. Neben den üblichen Motorengeräuschen, die von der Luisenstraße heraufdringen, liegt das leise Summen von Bienen in der Luft, die emsig ihren unterschiedlichen Aufgaben nachgehen. Wer den Platz betritt, trifft zunächst auf die herumschwirrenden Sammlerinnen. Sie fliegen umliegende Blumenkästen und Grünflächen der Stadt an, wo sie reichlich Nahrung in Form von Nektar und Pollen finden, erklärt Samira Santak, Lehrerin für Mathematik und Chemie.

Rückblende: Seit Langem möchte sie über den Unterricht hinaus mit ihren Schülern in der Natur arbeiten. Und da sie selbst bereits seit vier Jahren in ihrer Freizeit Bienenvölker versorgt, trifft sie den Entschluss, ihnen das Imkern nahezubringen. Die erste Herausforderung besteht darin, genügend Geld zur Finanzierung des Projekts aufzutreiben. Im ersten Halbjahr verkauft ihre neu gegründete AG daher selbst gegossene Kerzen und Waffeln auf dem schulinternen Adventsbasar. Darüber hinaus findet Santak Unterstützung bei der „Pforzheimer Zeitung“ und der Sparkasse Pforzheim Calw. Im nächsten Schritt müssen die Bienenkästen angefertigt werden. Durch das Projekt „Kooperative Berufsorientierung“ des Kultusministeriums entsteht eine Zusammenarbeit mit dem Internationalen Bund, so dass die Schüler den Bau selbst in die Hand nehmen können. Auf der Grundlage einer Bauanleitung aus dem Internet erstellen sie eine Stückliste der benötigten Holzteile, die ein Tischler vorfertigt. Anschließend schrauben sie den Brutkasten unter der Aufsicht des Bildungsleiters Andreas Schütte zusammen. „Mich begeistert die Motivation der Schüler, die sich so geschickt anstellen, dass sie eigentlich autark arbeiten“, lobt Schütte seine Schützlinge. Die praktische Arbeit an der Werkbank macht ihnen so viel Spaß, dass sie am liebsten in der nächsten Woche wiedergekommen wären.

Nach einem regnerischen und kühlen Frühjahr ist es im Mai dann endlich so weit, und die 15 Fünft- und Siebtklässler können ihren beiden Bienenvölkern einen ersten Besuch abstatten. In professioneller Schutzkleidung versammeln sie sich um die Kästen. Solange niemand das Flugloch versperre und die Bienen dadurch bedränge, seien sie harmlos, meint Santak. Sie selbst verzichtet auf jeglichen Schutz. Mit einem Stockmeißel öffnet sie den Deckel des Bienenstocks, den die Tiere verklebt haben, um einen Luftzug zu verhindern. Die Schüler dürfen ihr dabei helfen, Rauch aus dem sogenannten Smoker auf die herumkrabbelnden Bienen zu blasen. Diese reagieren darauf mit dem Rückzug ins Innere, wo sie sich mit Nahrung vollsaugen, um mehrere Tage überlebensfähig zu sein.

Keine weitere Königin

Nun kann Santak ohne Bedenken einen der Rahmen aus der Vorrichtung ziehen, auf denen sich die Waben befinden. An der Zellengröße der verdeckelten Brut erkennt sie, ob daraus eine gewöhnliche Arbeiterin, eine männliche Drohne oder eine fruchtbare Königin schlüpfen wird. Letzteres möchte sie im Moment vermeiden, da sich das Bienenvolk aufteilen und bei der Suche nach einem neuen Nistplatz ausschwärmen würde. Entdeckt Santak eine bereits ausgewachsene Drohne ohne Stachel, setzt sie diese einem der Kinder auf die Hand. „Das kitzelt“, lacht Nele Polzer. Die bunte Färbung einiger Waben erklärt Santak mit der Ablagerung von Blütenpollen. In den violett gefärbten erkennt sie einen Lavendelstrauch gegenüber der Schule wieder. Die zweite Nahrungsquelle der Bienen zieht die Schüler besonders an. Den Nektar in Form von zähflüssigem Honig zu probieren, erklären sie zum Höhepunkt des Tages. Im ersten Jahr wird es vom Eigenbedarf der Bienen vermutlich nur sehr wenige Überschüsse geben. In dem Fall will Santak ihre privaten Vorräte nutzen, um gemeinsam mit ihren Schülern Honig zu schleudern.