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Geschlossene Reihen sehen anders aus: Nur wenige Projektgegner verfolgen dieSitzung des Planungsausschusses.
Oben Wiese, darunter Waren: Die Draufsicht zeigt, dass sich der Supermarkt an der Postwiesentraße samt Parkplatz ins Gelände einfügen soll. Stadt
07.11.2012

Supermarkt auf Rodrücken: Mehrheit will bauen

"Sie sind befangen", schallt es von der Empore, als Carsten von Zepelin (CDU) die Stellungnahme seiner Fraktion verliest. Bürgermeisterin Monika Müller appelliert an die Zuhörer, weiter einen sachlichen Umgang zu wahren.

Bildergalerie: Bürgeranhörung im technischen Rathaus zum Supermarkt auf dem Rodgebiet

Es ist die einzige Protestnote aus der kleinen Gruppe von Gegnern. 14 Vertreter der Bürgervereine Rodrücken und Dillweißenstein verlieren sich auf den Rängen des Ratssaals. Das ganz große Zeichen des Widerstands bleibt aus. Die Ehrenrunde im Bebauungsplanverfahren zeigt auch im Gremium Wirkung.

Bildergalerie: Supermarktpläne auf dem Rod: Fronten bleiben verhärtet

Noch einmal hat die Stadtverwaltung die Argumente für und gegen einen Supermarkt an der Postwiesenstraße aufgelistet. Inzwischen hat Edeka ein Vertragsangebot vorgelegt, in dem das Unternehmen zusichert, sowohl den geplanten Vollsortimenter auf dem Rodrücken als auch den bestehenden „nah und gut“ am Ludwigsplatz in Dillweißenstein langfristig zu betreiben.

„Unsere Bedenken sind ausgeräumt“, betont Ralf Fuhrmann (SPD) und signalisiert im Planungsausschuss, dass seine Fraktion in der Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag geschlossen dafür stimmen wird, die Supermarkt-Pläne weiterzuverfolgen. Er geht davon aus, dass sich eine große, aber schweigende Mehrheit der Bürger in der Südweststadt eine bessere Nahversorgung wünscht.

CDU kritisiert Protestler

Genauso sieht das die CDU. „Überdurchschnittlich offen und transparent“ sei das Verfahren bislang gewesen, sagt von Zepelin. Gutachten belegten schlüssig, dass hinsichtlich Lärmbelastung und Verkehrszunahme alle Normen eingehalten würden. Am Bedarf hat die CDU keinen Zweifel. Weit und breit gebe es keinen Lebensmittel-Markt – in einem Gebiet, das stetig wachse. Die Gegner geht von Zepelin hart an. Sie würden von am St.-Florians-Prinzip orientierten Einzelinteressen geleitet. Zudem impliziere deren Spruch „Kein Gewerbe im Rod“, dass sich produzierendes Gewerbe an der Postwiesenstraße ansiedeln könnte, sollte der Markt floppen. „Unfug“ sei das. Die Umwidmung zum Sondergebiet lasse lediglich Lebensmittel-Nahversorgung sowie Wohnbebauung zu.

„Selbstverständlich würde dieser Markt begrüßt“, ist Monika Descharmes (FDP) sicher. Sie kündigt allerdings an, dass ihre Fraktion uneinheitlich abstimmen wird. Gegner des Projekts bleiben die Grüne Liste, die laut Uta Golderer insbesondere Bedenken wegen Lärms und Verkehrszunahme hat, und die Fraktionsgemeinschaft (Freie Wähler, Unabhängige Bürger, Liste BürgerBeteiligungsHaushalt). Der Schutz der Anlieger gehe vor, der Edeka-Vertrag gewähre keine Rechtssicherheit, sagt Bernd Zilly und weist darauf hin, dass seine Fraktion auf eine Bürgerbefragung gedrängt habe. Es sei „ausgesprochen schwierig“, das Einzugsgebiet abzugrenzen und wirklich den Bürgerwillen zu ermitteln, sagt Bürgermeisterin Müller. Dies würde den Prozess verlängern, aber nicht zu gesicherten Erkenntnissen führen.

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