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21.05.2012

Supermarkt-Pläne auf dem Rod: Fronten bleiben verhärtet

Pforzheim. Die Gegner bliesen zur Attacke, die Befürworter gaben sich kämpferisch: Sachlich, aber kontrovers diskutierten die Teilnehmer des Bürgergesprächs zum gelanten Supermarkt-Bau an der Postwiesenstraße. Mehr als 250 Besucher füllten das Atrium des Reuchlin-Gymnasiums.

Bildergalerie: Supermarktpläne auf dem Rod: Fronten bleiben verhärtet

Eine Flut von Schildern mit der Aufschrift „Kein Gewerbe im Rod“ empfing die Besucher am Montagabend auf dem Weg ins Reuchlin-Gymnasium. Zur Attacke schien zudem eine Kapelle zu blasen. Sie bestand kurioserweise aus S 21-Gegnern und war von einigen Anwohnern aus Stuttgart rekrutiert worden. Alles deutete darauf hin, dass die Stadtverwaltung und die potenziellen Bauherren des an der Postwiesenstraße geplanten Supermarkts einen schweren Stand haben würden. Doch drinnen ging es erfreulich sachlich zu. Gleichwohl redeten die Bürger Tacheles.

Keine Frage: Die Pläne, die auf der Wiese an der Ecke zur Vogesenallee einen 1400 Quadratmeter großen Einkaufsmarkt vorsehen, erhitzen die Gemüter. Der Entwurf des Architekten Peter W. Schmidt erntete Lob aus beiden Lagern. Der Bedarf und die Auswirkungen jedoch wurden kontrovers diskutiert. „Einen solchen Markt brauchen wir hier ganz bestimmt nicht“, sagte ein Anwohner. Viele befürchten, dass Verkehr und Lärm drastisch zunehmen. Andere erwarten, dass der Supermarkt rasch wieder leerstehen und zur unansehnlichen Brache werden könnte. Das Wohngebiet Rodrücken werde abgewertet, die Existenz der Läden am Ludwigsplatz in Dillweißenstein sei gefährdet. „All die schönen Einkaufsmöglichkeiten liegen unten im Tal“, sagte indes ein Befürworter. Gerade für ältere Menschen sei die Nahversorgung wichtig. Das Rodgebiet sei in Sachen Einkaufsangebot ausgeblutet, bekräftigte ein Anwohner: „Wir müssen die Chance nutzen.“

Kritik ernteten OB Gert Hager und Baubürgermeister Alexander Uhlig, da sie sich der Verantwortung entzögen. Beide sitzen im Aufsichtsrat des Grundstückseigentümers „Bau + Grund“ und sind deshalb befangen.

Wie die Vertreter der Stadtverwaltung betonten, ist das Verfahren transparent und die Entscheidung nach wie vor völlig offen.

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