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Erst 2014 hat Christoph Mährlein (Mitte) im Beisein von Christiane Quincke das Amt von Norbert Echle übernommen. Foto: Ketterl
Erst 2014 hat Christoph Mährlein (Mitte) im Beisein von Christiane Quincke das Amt von Norbert Echle übernommen. Foto: Ketterl
09.12.2016

Synodenchef Christoph Mährlein legt sein Amt nieder

Pforzheim. Christoph Mährlein wird sein Amt als Vorsitzender der Stadtsynode zum Jahresende niederlegen. Das hat die evangelische Kirche bekannt gegeben. Seit April 2014 leitet der Rechtsanwalt die Geschicke des Gremiums – und hat einige Großprojekte eingeleitet. Die umstrittene Strukturreform und die Maßnahmen zur Haushaltssanierung hätten ihn stark gefordert, erklärte er. „Ich kriege das mit meiner Arbeit nicht mehr zusammen, ich habe einfach zu viel zu tun.“ Halbe Sachen zu machen, sei für ihn aber nicht infrage gekommen: „Dieses Amt mit angezogener Handbremse zu machen, finde ich nicht richtig.“

„Wir haben in dieser Zeit eine Riesenreform auf den Weg gebracht“, sagt Mährlein, der Synodaler bleiben wird. Für das straffe Vorgehen dabei hatten er und Dekanin Christiane Quincke teils harte Kritik aus den Kirchengemeinden einstecken müssen (die PZ berichtete). Dennoch: „Ich bin stolz auf die Reform. Der Haushalt ist schon fast saniert“, sagt der Vorsitzende. Dies und die Neuordnung des Kirchenbezirks – „ein Kraftakt“. Oft habe er einen ganzen Tag pro Woche mit kirchlichen Dingen zugebracht – ehrenamtlich. Er habe dieser Arbeit hohe Priorität eingeräumt, um die Kirche zukunftsfähig zu machen.

Engagement, das mit seiner steigenden beruflichen Belastung schon lange nicht mehr vereinbar gewesen sei. Er habe mit seinem Rücktritt aber abwarten wollen, bis Quincke aus ihrem Weiterbildungssemester zurück sei. In einem Brief an die Synodalen wird Mährlein deutlicher: „Neben meinem Beruf möchte ich mich wieder anderen Dingen und wichtigen Menschen zuwenden, die ich vernachlässigt habe.“ Jetzt, sagt Mährlein, sei „eigentlich ein ganz guter Zeitpunkt, und ich kann ganz beruhigt gehen“. Die Grundsatzentscheidungen seien getroffen, „jetzt geht es an die Umsetzung“. Mährlein spricht von einer „bereichernden Zusammenarbeit mit vielen Freunden und Menschen guten Willens“, die er schweren Herzens beende – mit dem Amt falle aber auch eine große Last von ihm ab.

Nachfolge noch nicht geklärt

Die Entscheidung Mährleins sei für sie „relativ überraschend“ gekommen, sagt Quincke. In der vergangenen Woche habe er diese dem Stadtkirchenrat mitgeteilt. „Uns wird seine Souveränität, seine Klarheit und seine große Leitungskompetenz fehlen. Für alles, was er gerade in der Umbruchsituation unserer Kirche getan hat, bin ich ihm überaus dankbar“, bedauert sie seinen Rücktritt.

Wer den Weg des Umbruchs weiterführen wird, steht noch nicht fest. Die Neubesetzung des Vorsitzendenamts soll in der Frühjahrstagung der Synode im März Thema sein. Bis dahin werde Mährleins Stellvertreterin Ruth Nakatenus interimsweise die Geschäfte führen. Sie war gestern nicht zu erreichen. Sechs Jahre dauert eine Amtsperiode eigentlich. Neuwahlen waren erst für Ende 2019 geplant. „Bei der Nachfolge halte ich mich ganz raus“, sagt Mährlein. In seinem Brief an die Synodalen äußert er, was er sich für die Zukunft wünscht: „Sie haben mit mir wichtige Reformen auf den Weg gebracht“, schreibt er. „Ich möchte Sie bitten, diesen Weg weiterzugehen.“