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Referent Mazen Arafeh (rechts) mit Übersetzer Antouan Al Haddad. Foto: Morelli
Referent Mazen Arafeh (rechts) mit Übersetzer Antouan Al Haddad. Foto: Morelli
26.09.2017

Syrischer Autor Mazen Arafeh über den Identitätsverlust im Bürgerkrieg

Pforzheim. Alles begann im Frühjahr 2011 mit friedlichen Demonstrationen für Meinungsfreiheit und politisches Mitspracherecht, bevor die Gewalt des Assad-Regimes und der Eingriff internationaler Truppen einen brutalen Konflikt zwischen verschiedenen Völkergruppen entfachten. So erzählt Mazen Arafeh als Zeitzeuge die Geschichte vom syrischen Bürgerkrieg. Unterstützt durch seinen Freund und Übersetzer Antouan Al Haddad hält der syrische Flüchtling am Montagabend im Gemeindehaus der Matthäuskirche einen Vortrag über den Hergang dieser Entwicklung.

Auch Al Haddad musste seine syrische Heimat als Mitglied der Opposition verlassen und fand vor drei Jahren Zuflucht in Deutschland. „Die Menschen sind zerrissen. Sie haben ihre moralische, kulturelle und soziale Identität verloren“, fasst Arafeh den Zustand zusammen. Wie es dazu kommen konnte, beschäftigt ihn in seinen Büchern wie in seiner Rede. Im Arabischen Frühling sei eine angestaute Unzufriedenheit insbesondere der Mittelschicht mit dem repressiven Herrschaftssystem zunächst auf friedliche Art und Weise zum Ausdruck gekommen. Der brutale Niederschlag durch das Militär habe jedoch dazu geführt, dass sich die Demonstranten mit Waffen zur Wehr setzten und Rebellenmilizen entstanden. Ein religiöser und ethnischer Konflikt habe sich wiederum erst dadurch entwickelt, dass der iranische Staat die Unruhen nutzte, um seine Interessen eines demografischen Wandels militärisch zu erzwingen. Dabei habe er die Minderheit der muslimischen Schiiten gegen die Mehrheit der ebenfalls muslimischen Sunniten aufgebracht, weshalb viele Syrer die Flucht ergriffen, erklärt Arafeh.

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