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Marina Capek und Manne Wirth brachten als die „Novemberliedschaft“ Ironisch-Hintersinniges zum Vortrag. Foto: Seibel
Marina Capek und Manne Wirth brachten als die „Novemberliedschaft“ Ironisch-Hintersinniges zum Vortrag. Foto: Seibel
Ein großes, bunt gemischtes Publikum hat der Verein für klassisch-türkische Musik im Singsaal des Kulturhauses angelockt. Foto: Seibel
Ein großes, bunt gemischtes Publikum hat der Verein für klassisch-türkische Musik im Singsaal des Kulturhauses angelockt. Foto: Seibel
Mit drei Streichquintetten von Antonin Dvorak hat das Süwestdeutsche Kammerorchester den 17. Tag der Musik im Kulturhaus Osterfeld würdig eröffnet. Foto: Seibel
Mit drei Streichquintetten von Antonin Dvorak hat das Süwestdeutsche Kammerorchester den 17. Tag der Musik im Kulturhaus Osterfeld würdig eröffnet. Foto: Seibel
11.03.2018

„Tag der Musik“: Künstler der Region bringen Kulturhaus Osterfeld zum Klingen

Pforzheim. Musik, wesentlich für das gesellschaftliche Miteinander in Pforzheim, als ein soziales Bindemittel.“ Gewichtige Worte von Andreas Michel, dem Sprecher des Kulturrats und Leiter der Jugendmusikschule. Doch wer sich zum 17. Tag der Musik am Sonntag auf den Weg ins Kulturhaus Ostefeld machte konnte den Eindruck gewinnen, dass sich diese These in bester Weise bestätigt.

Über vier Etagen hinweg konnte man sich dort auf eine Reise durch die bunte musikalische Landschaft der Region machen. Die Liste der Mitwirkenden so lang und verschieden, dass das Kulturhaus schon kurz nach der Eröffnung mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester pickepackevoll war und sich die Besucher aller Altersgruppen auf den Gängen, im Treppenhaus und den Konzertsälen drängten. Ein treues Publikum versammelte etwa die lokale Jazzlegende Bibi Kreutz mit seinen Penthouse-Kollegen im Restaurant Comedia und gab dabei Evergreens wie „Bourbon Street Parade“ oder „Creole Jazz“ zum Besten, während drei Stockwerke darüber, im Studio, ganz andere Töne angeschlagen wurden.

Als „Novemberliebschaft“ im Duo mit Manne Wirth sang Marina Capek fragend und hintersinnig-ironisch: „Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben?“ Die Antwort folgt gleich im zweiten Song: „Mein Mann will mich verlassen, Gott sei Dank!“

Wer sich ranhielt und rasch eine Treppe herunter eilte, konnte im Malersaal die „Voices in Motion“ von der Chorbvereinigung Stein erleben. Die probierten sich an einem Klassiker des amerikanischen Rockbarden Bon Jovi. Aus zwei dutzend Kehlen hallte es dem Publikum entgegen: „It’s my life.“ Derart eingestimmt, kam das Konzert des Vereins für klassisch-türkische Musik im Singsaal gerade recht. Ein bunt gemischtes Publikum lauschte dort den traditionellen Klängen der Bevölkerungsgruppe, die traditionell stark in Pforzheim vertreten ist.

Laut und rockig, heiter und beschwingt, klassisch oder progressiv. Der Querschnitt durch die verschiedenen Stile war enorm. Und kein Ende in Sicht, der Musik-Marathon ging weiter. Zwischendurch ein paar meditative Klänge wie vom Gitarrenorchester Pforzheim im Großen Saal oder den „Tonkünstlern“ im Studio. Wer noch konnte, dem boten sich außerdem noch die Auftritte von Liedermacher James Neilson Graham an, den weithin bekannten Aurelius Sängerknaben oder der Chorakademie, außerdem vieler weiterer Mitwirkender.

„Musik begleitet uns, kann trösten, uns auf einen Weg bringen oder einfach nur glücklich machen“, sagt Kulturbürgermeisterin Sibylle Schüssler bei der Eröffnung. Glückliche Gesichter gibt es an diesem Tag viele, die Musik macht’s, und das übrigens schon im 30. Jahr. So lange ist es her, dass die bunt-klingende Veranstaltung eingeführt wurde und seither abwechselnd und zunächst unregelmäßig im Kupferdächle, oder, wie dieses Mal im Osterfeld stattfindet, unterstützt auch von der Sparkasse, dem Kulturrat und der „Pforzheimer Zeitung“.