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Setzen sich durch Information und Vorbeugung für sichere Wohnungen ein: der technische Berater Joachim Reiling und Sabine Schmieder, die Leiterin des Referats Prävention beim Polizeipräsidium Karlsruhe.  läuter
Setzen sich durch Information und Vorbeugung für sichere Wohnungen ein: der technische Berater Joachim Reiling und Sabine Schmieder, die Leiterin des Referats Prävention beim Polizeipräsidium Karlsruhe. läuter
25.10.2015

Tag des Einbruchschutzes: Tipps gegen ungebetene Gäste

Er habe schon Einbruchsopfer erlebt, die all ihre Wäsche loswerden wollten. Die psychische Belastung, die Ungewissheit darüber, was der fremde Eindringling angefasst und durchwühlt hatte, sei einfach zu groß gewesen, so Joachim Reiling, technischer Berater der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle an der Bahnhofstraße gestern beim „Tag des Einbruchschutzes“.

Neben persönlichen Beratungsgesprächen mit Reiling oder einem seiner beiden Kollegen wurde den rund 100 Besuchern an diesem Tag auch ein Vortrag über das Thema „Einbruch in Haus und Seele“ angeboten. Der Titel macht deutlich: Neben dem materiellen Schaden, der bei einem Einbruch entsteht, nimmt auch der Mensch Schaden. Selbst dann, wenn er, wie es meistens der Fall ist, während des Einbruchs gar nicht anwesend ist. Es bleibe, so Reiling, oft auch die Angst, der Täter könne zurückkommen, wenn man zu Hause sei.

Technik schreckt Diebe ab

Teils einfache Maßnahmen, vor allem in der dunklen Jahreszeit, könnten helfen, Einbrüche zu verhindern. So sollte man etwa immer darauf achten, dass Haus oder Wohnung beleuchtet ist, so dass Einbrecher nicht glaubten, es sei niemand zu Hause. Der Einbau von Sicherheitsfenstern sei ratsam, so der Fachmann. Modelle mit zwei jeweils vier Millimeter dicken Scheiben, zwischen denen eine Folie eingearbeitet ist, böten Schutz und hielten Einbruchsversuchen gut stand. Immerhin, 42 Prozent aller in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr registrierten Einbruchsfälle seien gescheiterte Versuche gewesen.

Die Aufklärungsquote sei gering. Auch deshalb, weil die Täter es in der Regel einzig auf Bargeld und Schmuck abgesehen hätten, Kontakt mit Personen aber mieden. Die Besucher gestern seien vor allem Leute gewesen, die sich präventiv informieren wollten. Aber auch solche, die bereits Opfer eines Einbruchs geworden sind, hatten die Gelegenheit zur Information über Schlösser, Türen, Fenster und andere Schutzmaßnahmen genutzt. „Oft kommen die Leute, wenn in der Nachbarschaft ein Einbruch stattgefunden hat.“ 2014 sei die Zahl der Einbrüche mit 403 Delikten in Pforzheim sehr hoch gewesen. Wie berichtet, sind die Zahlen nun rückläufig. Ermittlungserfolge und harte Strafen, die in Baden-Württemberg über osteuropäische Tätergruppen verhängt worden seien, sieht Reiling als Teilgründe.