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Zwei Jungtalente im Duett: Sarah Schäfer und Jeremy Buck mit „All I ask of you“ aus dem Musical „Phantom der Oper“.  Foto: Tilo Keller 
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Begeistert mit stimmgewaltigem Belcanto: Enzo d‘ Eugenio.  Foto: Tilo Keller 
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Eindrücklich: Matthias Frick am Flügel.  Foto: Tilo Keller 
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Sie begeisterten ihr Publikum: Matthias Frick, Jeremy Buck, Enzo d‘ Eugenio und Sarah Schäfer.  Foto: Buck 

Talente begeistern ihr Publikum bei Benefiz-Konzert in der Thomaskirche

Pforzheim. Der Klerus würde sich freuen, wenn die Gotteshäuser stets so gut besucht wären wie am Sonntagabend die Thomaskirche am Hauptfriedhof. Annähernd 400 Besucher waren gekommen, um eine musikalische „Advent-Soiree“ der besonderen Art zu erleben. Denn unterm Kirchenkreuz sangen und spielten keine etablierten Künstler, sondern junge Talente, die sich der Musik verschrieben haben. Was sie – flankiert von dem etablierten Pop-Tenor Enzo d’Eugenio – präsentierten, war ein breiter musikalischer Bogen, der von Johannes Brahms „Rhapsodie Opus 79“ über Sinatras „White Christmas“ bis zum Musical-Klassiker „Time to say goodbye“ reichte – und ein begeistertes Publikum fand.

Es honorierte damit das große Talent der Akteure, die mutig genug waren, mit einem anspruchsvollen Programm vor ihr Publikum zu treten. So wie die gerade 16 Jahre alte Sopranistin Sarah Schäfer. Derzeit Schülerin am Hebel-Gymnasium, ist sie seit langem dem Gesang verbunden, aktiv in der Chor-Akademie und nun im Extra-Chor des Theaters. Egal, ob sie im Originaltext aus Antonin Dvoráks Oper das „Lied an den Mond“ oder die „Bacarole“ von Jacques Offenbach singt – der jungen Bauschlotterin fliegen die Herzen des Publikums zu.

Stimme mit neuer Qualität

Längst durch Bühnen-Erfahrung gestählt, beweist Jeremy Buck, dass sein stimmliches Volumen eine neue Qualität erfahren hat und er auf vielen musikalischen Feldern zu Hause ist. Eindrucksvoll seine Präsenz beim neapolitanischen Canzone „Torna a Surriento“ oder im Duett mit Sarah Schäfer in dem Popsong „You raise me up“. Auch Jeremy Buck (20), der als Gitarrist in einer Jugendband begann und gerade von einem langen, musikalisch geprägten England-Aufenthalt zurück ist, geht zielstrebig dem Abitur entgegen, um gleich anschließend ein duales Studium zu beginnen.

Mit Frederic Chopins „Nocturne“ leitete der Pianist Matthias Frick den Abend ein. Wiederholt begleitete er die jungen Künstler, ließ aber auch in Solo-Vorträgen – wie bei Schuberts lyrischem „Impromptu“ – erkennen, welch hervorragendes Talent hier am Piano sitzt.

Dennoch: Matthias Frick, der junge Vater aus Bauschlott, will bleiben, was er gelernt hat: Werkzeugmacher. Die Freude am Tastenspiel vermittelt er nebenher als Klavierlehrer.

Erlös geht an „Menschen in Not“

Bliebe noch Enzo d’Eugenio. Der in Pforzheim als Gastronom bekannte Vollblut-Italiener ist dabei, als Cross-Over-Pop-Tenor Karriere zu machen. Bundesweit unterwegs, begeistert er am Sonntagabend auch die Besucher der Advent-Soiree. Ob mit dem Klassiker „Grande Amore“ oder mit dem Napoli-Hit „O sole mio“ – Enzos kräftige Stimme füllt das Kirchenrund und bringt die Besucher in Wallung. Wie auch bei Rigolettos „La donna è mobile“ – das Klagelied des Herzogs von Mantua –, eindrucksvoll interpretiert im Duett mit Jeremy Buck.

Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Herbei ihr Gläubigen“ schließt sich die „Advent-Soiree“ der 25 Lieder, ein Charity-Konzert, dessen Erlös vollinhaltlich dem PZ-Hilfsverein „Menschen in Not“ zu Gute kommt. Martina Buck führte durch ein vielseitiges Programm, dessen Interpreten überaus authentisch empfunden und mit viel Sympathie bedacht wurden.

Die in der Pause gereichten Getränke aus dem Sekthaus Schweickert arrondierten dieses Wohltätigkeits-Konzert, dessen Anliegen es war, „Menschen in der Region zu helfen“, so Martina Buck in ihrer Moderation. PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer, Gründer der PZ-Hilfsvereins „Menschen in Not“, fand Worte des Dankes und der großen Wertschätzung.