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28.09.2008

Tausende genießen Brötzinger Kulturfest

PFORZHEIM. Mehrere Tausend Besucher haben das blendende Wochenend-Wetter genutzt, um Brötzingens schönste Seiten kennen zu lernen. Beim 32. Brötzinger Samstag, einem Straßenfest mit buntem Kultur- und Unterhaltungsprogramm.

Wenn sich ein Stadtteil von seiner Schokoladenseite zeigen möchte, dann bedarf es einer angemessenen Inszenierung. Und viel besser kann eine Inszenierung kaum sein als jene in der Brötzinger Fußgängerzone, wo die ansässigen Einzelhändler, Kulturschaffenden, Vereine und Lokale am Samstag ihre Heimat lebhaft, fröhlich, voll Lebensfreude zu präsentieren wussten. Beim Brötzinger Samstag, 1976 entstanden – und seitdem eine Institution.

Selbst das Wetter spielte mit, inszenierte mit, rückte die rundum gelungene Selbstpräsentation des 1905 eingemeindeten Dorfes Brötzingen ins rechte Licht. Die Tatsache, dass es ein goldener Herbsttag war im Westen der Goldstadt, trug sein Scherflein dazu bei, dass der Brötzinger Samstag bestens besucht, die Weststadt belebter denn meist war.

Straßenfest der Extraklasse

Da lacht das Herz des Brötzingers. Die Rahmenbedingungen waren erstklassig für ein Straßenfest der Extraklasse. Wetter: viel Sonne, heiter bis wolkig. Stimmung: viel Lachen; heiter bis ulkig. Wo man hinsah: strahlende Gesichter, glänzende Vorführungen, buntes Treiben.
Das Unterhaltunsgangebot war vielfältig. Luftballons wurden in (kreative) Form gebracht, Seifenblasen standen in der Luft, glitten auf und ab wie Heißluftballons, angepustet von Mamas und Papas – all das zur Unterhaltung der Kleinen.

Straßen-Tango am Marktplatz

Für die Größeren gab es leidenschaftliche Kostproben von Fußgängerzonen-Flamenco und Straßen-Tango am Brötzinger Marktplatz. Schön fürs Auge. Aber: Die Straße, ist das nicht ein unwürdiges Pflaster für den Tango, den man gemeinhin auf blitzeblankem Tanzparkett erwartet? „Ganz und gar nicht. Tango kommt eigentlich von der Straße, wir bringen ihn zurück auf die Straße“, sagt einer der Tänzer.

Für Liebhaber der Stadtgeschichte und der Kultur ist das Areal um Stadtmuseum und Mottenkäfig ein idealer Tummelplatz. Hier gilt es zum Beispiel die Straßenbahn, den Klang der zugehörigen Bimmel und die Mode der Bimmel-Bahn-Mitarbeiter, kennenzulernen. Straßenbahn? Ja, die fuhr einst durch Pforzheim. „Stilllegung 1964“ steht auf einem Schild. Merke: Der Brötzinger Samstag unterhält nicht nur, er bildet auch.
Von ebenso großem geschichtlichen Wert wie die Darstellungen der Straßenbahn im Stadtmuseum: das Benz-Mobil, dessen Faszination man auf dem Kastanienhof erleben durfe. Unweit entfernt ein Schmankerl für das Auge: Marionettentheater.

Apropos Schmankerl: So ein Brötzinger Samstag ist nix für Menschen auf Diät. Eher etwas für Genießer.

Kulinarische Köstlichkeiten

ulinarische Köstlichkeiten erwarteten mehrere tausend Besucher an allen Ecken: Hier türkischer Börek, dort spanische Paella, dazwischen Thüringer Rostbratwurst und Schwarzwälder Kirschtorte. Wer doch auf Diät war, fand genug Möglichkeiten, sich von den Verlockungen abzulenken. Tolle Musik zum Beispiel: Jazz, Kammermusik, Pop.