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Jugendtreff Würm: Einige Mädchen produzieren einen Pizzateig. Betreuerin Adna Ibrahimagic (stehend) hilft dabei. Foto: Ketterl
Jugendtreff Würm: Einige Mädchen produzieren einen Pizzateig. Betreuerin Adna Ibrahimagic (stehend) hilft dabei. Foto: Ketterl
13.11.2016

Tauziehen um Jugendtreffs: Trägern fehlt Geld

Pforzheim-Würm. Mit „Pizza für alle“ hat der Jugendtreff in Würm am vergangenen Dienstag seine Wiedereröffnung nach längerer Schließphase gefeiert. Zu welchen Bedingungen dieser sowie die Treffs in den Ortsteilen Büchenbronn und Huchenfeld überhaupt Bestand haben, beziehungsweise in Hohenwart und Eutingen neu eingerichtet werden können in Zeiten der Einsparungen, darüber haben Vertreter der Ortsteile Würm, Büchenbronn, Huchenfeld, Hohenwart und Eutingen und dem Stadtjugendring mit Bürgermeisterin Monika Müller am Mittwoch ohne abschließendes Ergebnis diskutiert. Das Dilemma wird der Jugendhilfeausschuss am 24. November lösen müssen.

Sozialbürgermeisterin Monika Müller möchte trotz der nötigen Einsparungen alle Treffs im Stadtgebiet mit einem Mindestangebot von drei Öffnungstagen pro Woche und einer Betreuung erhalten. Dafür würde dem Stadtjugendring künftig aber viel weniger Geld zur Verfügung stehen.

„Für die fünf Ortsteile haben wir dann etwas über 100 000 Euro pro Jahr“, sagt Stadtjugendring-Geschäftsführer Hartmut Wagner auf PZ-Anfrage. Dafür „können wir kein adäquates Angebot in allen Stadtteilen machen“. Denn für weniger als 35 000 Euro (bei drei Öffnungstagen, ohne Miete) sei ein einzelner Jugendraum nicht zu betreiben. Es fehlten bei den gewünschten fünf Treffs (Eutingen und Hohenwart sollen dazukommen) also 70 000 Euro pro Jahr.

Die Stadtjugendring Betriebs GmbH hat Einsparungen von insgesamt rund 260 000 Euro im Jahr 2017 zu verkraften und ein Gesamtbudget von 1,9 Millionen Euro zur Verfügung. Abgesehen von der ungelösten Situation in den eingemeindeten Stadtteilen wird der Träger laut Wagner nicht alle Jugendräume halten können. Deshalb sieht die von der Stadt vorgelegte Kalkulation vor, bis auf die Jugendtreffs Maihälden und Eastend (Neo) in der Oststadt alle Anlaufstellen teilweise mit leicht reduzierten Öffnungsstunden zu erhalten. Sozialbürgermeisterin Müller hält die vorgeschlagenen Schließungen für falsch.

Der Fachbereich Jugendarbeit Stadtteile hätte dann nur noch sieben, und der Fachbereich Zentrale Angebote für Kinder und Jugendliche nur noch vier Jugendtreffs zu betreuen. Damit würden laut Wagner insgesamt drei Stellen wegfallen. Die Ausgliederung der Sparte Jugendreisen (Lindelbrunn) spart außerdem 100 000 Euro ein, auch der Wegfall der Freizeit Hoheneck. Vertretungen im Krankheitsfall wird es in den Jugendtreffs künftig nicht mehr geben. Und: Puzzelheim wird fast doppelt so teuer werden.

Die Schließung des Jugendtreffs Maihälden würde durch die Treffs angrenzender Stadtteile (Arlinger, Brötzingen) kompensiert, erklärt Geschäftsführer Hartmut Wagner. Die Oststadt mit den unterschiedlich jungen Flüchtlingsgruppierungen brauche ein anderes Konzept mit mehreren flexiblen Anlaufstellen. Dafür fehle aber künftig das Geld und das Personal.

Hohe Gefährdung

Wagner hält die Oststadt aufgrund der hohen Zahl an Migranten und Flüchtlingen aber auch wegen der hohen Zahl an Straftätern für den am stärksten gefährdeten Stadtteil mit einem intensiven Betreuungsbedarf. Dort beziehen laut aktuellen Sozialraumdaten allein 470 Kinder Sozialhilfe. Die Jüngeren zumindest fänden im Familienzentrum eine Anlaufstelle sowie im Oststadtkeller. „Die Oststadt-Jugendlichen verbringen ihre Freizeit woanders“, sagt Wagner.

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