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Stefanie und Joachim Stande (von rechts) aus Neuhausen suchen für ihre Kinder Aaron und Nelly einen Kleinwagen.  Foto: Meyer 
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Balanceakt: Mustafa Karaman (rechts) dreht eine Runde auf dem Segway. Matthias Schäfer gibt Instruktionen.  Foto: Meyer 

Technologie zum Anfassen: 20.000 Besucher beim Pforzheimer Automarkt

Pforzherim. Der 36. Pforzheimer Automarkt hat am Wochenende wieder 20.000 Besucher auf den Messplatz gezogen. Präsentiert wurden rund 800 Fahrzeuge und neue Formen der Mobilität.

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36. Pforzheimer Automarkt eröffnet

Die Pforzheimerin schüttelt den Kopf. „Hier habe ich keinen so guten Überblick“, sagt die 62-Jährige nachdem sie hinterm Steuer Platz genommen hat. Ihr Mann ist zwar ganz angetan von dem inspizierten Fahrzeug, doch werden sich die beiden wohl noch weiter umsehen. So wie das Ehepaar aus der Goldstadt machen es am Wochenende viele: Sie sitzen Probe, begutachten den Kofferraum, lassen sich den Spritverbrauch erklären oder informieren sich bei Experten über Elektroantrieb oder Hybrid-Fahrzeuge: Der 36. Pforzheimer Automarkt zieht am Samstag und Sonntag wieder 20 000 Besucher auf den Messplatz.

Dort zeigen 13 Autohäuser über das gesamte Wochenende rund 800 Neu- und Gebrauchtwagen verschiedenster Marken. Zudem sind Reisemobile, Camper, Motorräder, Quads und Fahrräder zu sehen. Das Technologie-Forum von Stadtwerken Pforzheim, Kfz- und Elektro-Innung informiert über alle Fragen der Elektromobilität, zudem präsentieren sich bei den mehr als 30 Ausstellern beispielsweise Fahrschulen, Fahrzeugdellentechnik, Fahrzeugpflege oder ADAC-Mobilitätspartner.

Und auch der Spaß kommt nicht zu kurz. Während die Kleinen freudestrahlend hinter dem Lenkrad Platz nehmen, sich von Clown Picc unterhalten lassen, auf dem Karussell ihre Runden drehen oder Fahrradakrobatik bestaunen, bewundern die Großen schnittige Cabriolets, PS-starke Sportwagen oder stellen ihr Gleichgewichtsgefühl unter Beweis. So wie Mustafa Karaman. Er hat beim TÜV Süd soeben einen Parcours mit dem Segway gemeistert und ist von diesem Balanceakt auf zwei Rädern ebenso begeistert wie vom gesamten Automarkt: „Ich bin schon in einige Fahrzeuge reingesessen und finde es toll, dass man sich hier so unverbindlich informieren kann“, sagt er.

Genau dies macht auch für die Macher der Traditionsveranstaltung den Kern dieses Automobil-Schaufensters aus. „Hier können die Händler Präsenz zeigen und kontakten, kontakten, kontakten“, sagt Markus Walter von der Interessengemeinschaft der Pforzheimer Autohäuser, die den Automarkt veranstaltet. Daher bedauert er es auch, dass Mercedes und BMW nicht vertreten seien. Dabei müssten sich auch diese Marken der Online-Konkurrenz bewusst sein. Grundsätzlich sei man beim Automarkt aber sehr gut aufgestellt und könne alle Wünsche auf vier Rädern erfüllen. „Und wir zeigen, dass der Spaß am Autofahren auch bei ökologischer Fortbewegung nicht zu kurz kommt“, erklärt Walter.

Dennoch: Das Neuwagengeschäft bringe nur noch geringe Erträge, und die Anpassung der Händlerverträge zwinge Händler immer mehr in das Korsett eines Franchisenehmers, obwohl diese als Unternehmer das volle Kapitalrisiko zu tragen hätten. Lichtblick sei aber die Erkenntnis, dass der Markt trotz des Online-Direktvertriebs bei vielen Marken kaum spürbar reagiere. „Bei der Komplexität des modernen Autos braucht es unsere Dienstleistung und Kernkompetenz“, so Walter.

Für Timo Gerstel, Obermeister der KfZ-Innung, ist der Automarkt auch immer Zeitgeist pur: Auf dieser Plattform werde Technologie greifbar gemacht – zu sehen auch bei der Elektromobilität. Gemeinsam mit SWP und Elektroinnung zeige man den Endkunden, welche Voraussetzungen zu Hause notwendig seien, um dort eine eigene Tankstelle zu haben.

Dass auch der Spaß nicht zu kurz kommen muss, betont der Geschäftsführende Verleger der PZ, Thomas Satinsky: „Autos sind Gefühl, nicht nur kalte Technik“. Und Erster Bürgermeister Dirk Büscher, sieht im Automarkt ebenfalls ein Aushängeschild und ein Schaufenster für die Region, die viele Menschen ins Oberzentrum locke. „Das Auto hat nichts von seiner Faszination verloren.“

Positives Fazit

Ein positives Fazit hat Manfred Frick, Sprecher der Interessengemeinschaft Pforzheimer Autohäuser, am Sonntagabend gezogen. „Das Wetter hat gut mitgespielt, die Besucherfrequenz war sehr gut, daher war auch die Stimmung bei den Händlern besser als im Vorjahr“, sagte Frick. Vor allem bei den Auftragseingängen registrierten die Händler einen deutlichen Zuwachs.

Am Wochenende seien auf dem Messplatz 129 Fahrzeuge verkauft worden, im vergangenen Jahr waren es 78 gewesen, so Frick. Der Schwerpunkt liege nun aber auf dem Folgegeschäft in den Autohäusern. Ein großes Interesse verzeichneten die Verantwortlichen auch an E-Mobilität. ola

Nicola Arnet

Nicola Arnet

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