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Winke, winke: Andreas Kärcher, Inhaber der „Teddy Company“ am Marktplatz, kehrt 

der Goldstadt den Rücken zu und zieht nach Mühlacker.
Winke, winke: Andreas Kärcher, Inhaber der „Teddy Company“ am Marktplatz, kehrt der Goldstadt den Rücken zu und zieht nach Mühlacker. © Ketterl
01.06.2011

"Teddy Company" verlässt Pforzheim

PFORZHEIM. Rund 15 Jahre hat Andreas Kärcher (40) hochwertiges Spielzeug am Marktplatz 6 verkauft. Der Großteil seines Angebots ist Qualitätsware „made in Germany“. „Die hat ihren Preis, denn ich will keinen Ramsch verkaufen“, sagt er. „Deshalb benötige ich kaufkräftige Kunden, die in der Goldstadt Pforzheim immer weniger werden“, sagt er.

Seit etwa zwei Jahren habe er trotz einer fairen Miete für sein Ladengeschäft in Toplage festgestellt, dass ehemalige Stammkunden aus dem östlichen und westlichen Enzkreis nicht mehr in die Goldstadt zum einkaufen kommen. Einerseits liege der Rückgang seines Umsatzes an der allgemeinen Konkurrenz durch das Internet und daran, dass auch Buchhändler Plüschtiere und Kaffeegeschäfte Spielwaren verkauften. Andererseits verkomme die City immer mehr zum „Billigheimer-Zentrum“ mit Ein-Euro-Shops und vergleichbaren Geschäften. Die Folge: Sein kaufkräftiges Publikum bleibe weg, weil der Markenschuh und das Designerkleid wegen der zahlreichen Schließungen der inhabergeführten Einzelhandelsgeschäfte eben nicht mehr wie früher bei einem Einkaufsbummel in Pforzheim miterledigt werden könnten. „Durch den falschen Branchen-Mix in der City wird auch ein anderes Publikum angelockt, das vor allem auf Schnäppchenjagd aus ist“, bedauert er.

Seiner Meinung nach hörten die Stadt und das Stadtmarketing zu wenig auf die kleinen Geschäftsleute. „Wenn in Pforzheim vom Einzelhandel geredet wird, werden meist die Interessen der Kaufhäuser berücksichtigt“, betont er. „So hätte ich mich auch einmal über ein Kinder-Karussell bei einem verkaufsoffenen Sonntag vor meiner Haustür gefreut, aber ich kann das halt nicht bezahlen. Also steht es eben vor einem großen Kaufhaus“, sagt Kärcher.

Da ein Großteil seiner Kunden aus dem Raum Mühlacker stamme, habe er sich jetzt entschlossen, ab Mitte August nach Dürrmenz an die Hofstraße 20 umzuziehen. In Verbindung mit der dort günstigeren Ladenmiete rechne er sich einen größeren Erfolg als in Pforzheim aus. Von einem verkaufsoffenen Sonntag mit Mammut-Programm wie in Pforzheim profitiere er eh nicht.

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