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Teil III der PZ-Serie "DNA-Spuren": Originales Ostprodukt

Wer bin ich? Wo komme ich her? Die Wurzeln meiner Familie waren lange ein großes Geheimnis. Alles, was ich wusste, ist, dass meine Großeltern – sowohl väterlicher- als auch mütterlicherseits – in Oberschlesien aufgewachsen sind.

Eine Reportage von Laura Cichecki

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Bewohner Oberschlesiens von polnischen Kommunisten unterdrückt und polonisiert. Deutsche Radiosender wurden gestört, deutsche Zeitungen waren dort verboten. Die Großeltern meines Vaters waren deutschstämmige Polen. Sie mussten aufpassen, sich nicht erwischen zu lassen, wenn sie auf der Straße miteinander redeten. Meine Oma erzählte mir einst von Spitzeln, die hörten, wie ihr Vater im Haus ein deutsches Gebet aufsagte. Unter normalen Umständen hätte ihn das sein Leben gekostet, doch die Offiziere seien gut gelaunt gewesen, also verschonten sie ihn mit einem warnenden Schuss in seine Hauswand.

„Über die Herkunft hat man damals nicht geredet“, sagte mir meine Oma mütterlicherseits, als ich sie nach ihren Wurzeln fragte. Sie war sehr überrascht über die Ergebnisse meines DNA-Tests. Erklären kann sie sich lediglich die 15,6 Prozent Osteuropäerin, die in mir schlummern. Ihr Vater gehörte nämlich zu den Emigranten, die von Zentralpolen in den westlichen Teil des Landes umsiedelten. Alles weitere bleibt mir wohl auch weiterhin noch ein Rätsel.

Kein Schimmer von der Kultur

Zu meinem Trost gibt es neben mir aber mit Sicherheit noch viele andere, deren Wissen über die eigene Herkunft so bedauernswert rar ist. Schließlich gilt Polen seit jeher als Emigrationsland und auch der Balkan birgt mit seinen vielen Völkern, drei Religionen, zwei Alphabeten und fünf Sprachstämmen eine große ethnische und kulturelle Vielfalt. Von Ungarn-Deutschen, Österreichern bis hin zu den Bulgaren ist alles dabei. Zumindest kann ich mir jetzt erklären, warum meine Haut im Sommer die Sonne quasi aufsaugt und nicht länger als eine Stunde brutzeln muss, damit sie ordentlich Farbe abbekommt.

Mehr als meine Hautfarbe und offenbar auch die DNA verbindet mich bisher allerdings nichts mit der Balkanhalbinsel und von der Kultur der Menschen habe ich keinen Schimmer. Deshalb ging nach Bekanntgabe der Ergebnisse natürlich sofort die Google-Suche los. Ich habe versucht, ein Stück meiner Identität zu verstehen.

DNA-Test: Laura Cichecki erfährt ihre Ergebnisse
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DNA-Test: Laura Cichecki erfährt ihre Ergebnisse

„Heiraten und Familie gründen ist für die Balkanfrau der einzig denkbare Lebensentwurf“, oder „Sie tragen gerne High Heels und Minirock“. Irgendwie witzig, diese Aussagen, die ich im Internet über Frauen mit meiner Herkunft zuhauf las. Schnell kam ich zu dem weisen Entschluss, dass mich die Google-Recherche nicht weiterbringt. Also beschäftigte ich mich mit dem anderen großen Anteil meiner DNA. Glaubt man dem Test, bin ich zu 34,9 Prozent Baltin. Leider führte meine Ahnenforschung auch diesbezüglich wieder ins Leere.

Die Eltern meines Vaters sind bereits verstorben und die meiner Mutter wissen lediglich von Vorfahren aus Deutschland. Sie erzählten mir von meinem Ururgroßvater Wilhelm Paulus, der für Deutschland in den Ersten Weltkrieg zog oder vom Onkel meiner Mutter namens Otto, der wegen der Polonisierung in Józef umbenannt wurde. Ziemlich verrückt und teilweise auch traurig, diese (Leidens-)Geschichten meiner Vorfahren zu hören.

Auch, wenn ich nicht viel über den Ursprung meiner Gene herausfinden konnte, bin ich äußerst froh darüber, den Test gemacht zu haben. Das Ergebnis hat mich überrascht und das Geheimnis über die Wurzeln meiner Familie hat sich zumindest einen Spalt weit geöffnet.

MyHeritage und die Pforzheimer Zeitung verlosen sieben DNA-Tests

MyHeritage ist eine Firma mit Sitz in Tel Aviv, die weltweit führend im Bereich DNA- und Stammbaum-Forschung ist. In den vergangenen 17 Jahren hat MyHeritage Millionen von Menschen dabei geholfen, neue Verwandte zu finden und ihre ethnische Herkunft zu entdecken. Die DNA-Tests werden bequem von zu Hause aus per Speichelprobe gemacht und per Post eingesendet. Nach etwa drei bis vier Wochen sind die Speichelproben ausgewertet und der Kunde bekommt die Ergebnisse per E-Mail. Die Resultate beinhalten ausschließlich die ethnische Einschätzung, die die Labore von MyHeritage anhand der Proben aufgeschlüsselt haben.

Im Zuge der Serie „DNA-Spuren“ verlost die Pforzheimer Zeitung wöchentlich einen von sieben DNA-Tests. Um bei der Verlosung mitzumachen, senden Sie eine E-Mail mit dem Stichwort „DNA“ an internet@pz-news.de und erzählen uns in ein paar Zeilen, warum Sie einen solchen Test gerne machen möchten. Vergessen Sie nicht Ihre Kontaktdaten, unter denen die Redaktion Sie im Falle eines Gewinns erreichen kann.

Kein Glück bei Verlosungen? 

Kein Problem: Mit dem Rabbatcode DNAPFORZHEIM sparen PZ-Leser bei der Bestellung eines MyHeritage DNA-Tests die Versandgebühr von 9 Euro. 

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Laura Cichecki

Laura Cichecki

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