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Im Zuge des DNA-Tests ist PZ-Redakteurin Nina Tschan ihrer Herkunft auf den Grund gegangen. 

Teil VII der Serie "DNA-Spuren": Nina Tschan - Eine europäische Zeitungsfrau in Pforzheim

Wer hätte das gedacht? Auf den Spuren meiner DNA habe ich zwar nicht alle Geheimnisse lüften können, dafür aber spannende Parallelen zwischen meinen Vorfahren und meiner Berufswahl entdeckt.

Eine Reportage von Nina Tschan

Meine Herkunft ist klar – dachte ich zumindest, bis ich das Ergebnis meiner DNA-Analyse erhalten habe. Die Resultate lassen jede Menge Raum für Spekulationen offen. Laut MyHeritage stamme ich, eine geborene Giesecke, zu knapp 50 Prozent aus Nord- und Westeuropa, womit dem Labor zufolge Deutschland und Frankreich gemeint sind. Meine Mutter, Margot Giesecke, geborene Siewert, stammt ursprünglich aus Hessen. Die Eltern ihres Großvaters kamen zwar aus Deutschland, wanderten aber nach Weißrussland aus. Dort fand mein Uropa eine Frau mit deutschen Wurzeln und kehrte mit ihr nach Berlin zurück. Hier kam 1921 mein Opa Fredi Gustav Siewert zur Welt, der kriegsbedingt nach Hessen in das kleine Dorf Rainrod zog, als Walzenmacher in einer Papierfabrik arbeitete und dort meine Großmutter Erna kennen und lieben lernte. Sie wiederum war eine geborene Carlé – ihre Familie hatte hugenottische Wurzeln. Damit ließe sich zumindest der französische Anteil in meiner DNA erklären. Doch woher kommt der Rest?

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Hessische Familie mit hugenottischen Wurzeln: Meine Tanten Ingrid und Doris, meine Mutter Margot und mein Onkel Wolfgang (von links) als Kinder vor dem Haus in Rainrod.

Spuren der Gieseckes reichen bis ins 17. Jahrhundert

Leider kann ich meinen verstorbenen Vater Hans-Dieter Giesecke, der in der Nähe von Koblenz geboren wurde, nicht mehr selbst fragen. Da er keine Geschwister hatte, war ich auf Hilfe bei der Ahnenforschung angewiesen. Sein Cousin Uwe brachte mich auf die richtige Spur: Ein Großteil der Vorfahren meines Vaters stammte aus Hannover und Hamburg. Die Aufzeichnungen über die Gieseckes reichen zurück bis ins 17. Jahrhundert zu meinem Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater Cord Giesecke.

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Mein Vater Hans-Dieter Giesecke im Alter von zwei Jahren.

Vorfahren waren Zeitungsmacher

Während meiner Recherche fand ich Details über meine Familie heraus – insbesondere über meinen Urgroßvater Carl August – die für mich besonders spannend sind. Er wuchs in Hannover auf, absolvierte dort eine Buchdrucker-Lehre und arbeitete um 1900 als Geschäftsführer und Verlagsleiter einer Druckerei in Posen, im heutigen Polen. Seine vier Kinder Heinrich, Otto, Elsa und Karl Wilhelm, mein Opa, kamen allesamt in Posen auf die Welt. Das könnte die 16,4 Prozent osteuropäischen Anteil meiner DNA erklären.

Das ist nicht der einzig spannende Aspekt meiner Nachforschungen. Mein Urgroßvater war Herausgeber einiger Zeitungen und Zeitschriften in Posen. Als der Weg der Familie nach Nordrhein-Westfalen führte, blieb er weiter im Verlagswesen aktiv: Als Chef von „Gieseckes Buchdruckerei“ gab er die „Ahauser Kreiszeitung“ und später den „Rintelner Anzeiger“ heraus. Seine Söhne Heinrich und Otto schlugen ebenfalls Karrieren in der Zeitungslandschaft ein, arbeiteten als Redakteure, Verlagsleiter und kaufmännische Angestellte unter anderem bei den „Bremer Nachrichten“ – eine spannende Parallele zu meiner eigenen Berufswahl. Ob die Vorliebe zum Journalismus wohl auch vererbbar ist?

Urgroßvcater Carl August Giesecke um 1900
Er war zeitlebens im Verlagswesen aktiv: Ob mein Urgroß-vater Carl August Giesecke mir wohl die Liebe zum Journalismus in die Wiege gelegt hat?

Woher kommt der spanische Gen-Anteil?

Warum die Aufzeichnungen über die Gieseckes so detailliert sind, hat allerdings einen traurigen Hintergrund. Carl Augusts ältester Sohn Heinrich musste in der NS-Zeit zwangsläufig verstärkt Ahnenforschung betreiben und klapperte sämtliche Kirchenämter ab, um seine arische Herkunft zu beweisen. Bei meiner DNA-Analyse bleiben zwei große Fragezeichen: Woher kommt der skandinavische und spanische Anteil meiner Gene? Mein Äußeres legt nahe, dass an der skandinavischen Herkunft vielleicht etwas dran sein könnte. Aber Spanien? Dort war ich bislang nur im Urlaub. Das wird wohl für immer ein Rätsel bleiben.

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DNA-Serie: So reagiert Redakteurin Nina Tschan auf ihre Ergebnisse

MyHeritage und die Pforzheimer Zeitung verlosen sieben DNA-Tests

MyHeritage ist eine Firma mit Sitz in Tel Aviv, die weltweit führend im Bereich DNA- und Stammbaum-Forschung ist. In den vergangenen 17 Jahren hat MyHeritage Millionen von Menschen dabei geholfen, neue Verwandte zu finden und ihre ethnische Herkunft zu entdecken. Die DNA-Tests werden bequem von zu Hause aus per Speichelprobe gemacht und per Post eingesendet. Nach etwa drei bis vier Wochen sind die Speichelproben ausgewertet und der Kunde bekommt die Ergebnisse per E-Mail. Die Resultate beinhalten ausschließlich die ethnische Einschätzung, die die Labore von MyHeritage anhand der Proben aufgeschlüsselt haben.

Im Zuge der Serie „DNA-Spuren“ verlost die Pforzheimer Zeitung wöchentlich einen von sieben DNA-Tests. Um bei der Verlosung mitzumachen, senden Sie eine E-Mail mit dem Stichwort „DNA“ an internet@pz-news.de und erzählen uns in ein paar Zeilen, warum Sie einen solchen Test gerne machen möchten. Vergessen Sie nicht Ihre Kontaktdaten, unter denen die Redaktion Sie im Falle eines Gewinns erreichen kann.

Kein Glück bei Verlosungen? 

Kein Problem: Mit dem Rabbatcode DNAPFORZHEIM sparen PZ-Leser bei der Bestellung eines MyHeritage DNA-Tests die Versandgebühr von 9 Euro. 

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