760_0900_134573_PZ_Telefonaktion_Herz_01.jpg
Die Professoren Dr. Ilka Ott und Dr. Uwe Mehlhorn beantworten bei der PZ-Telefonaktion die Fragen der Leser.  Foto: Meyer 

Telefonaktion zu Hilfe bei Bluthochdruck: Diese Fragen hatten die Pforzheimer

Pforzheim. Jeder dritte Deutsche hat einen zu hohen Blutdruck. Und so waren Professor Dr. Ilka Ott, Chefärztin der Medizinischen Klinik I des Helios Klinikum Pforzheim, und Professor Dr. Uwe Mehlhorn, Ärztlicher Direktor der Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe, bei der PZ-Telefonaktion gefragte Ansprechpartner. Die PZ stellt wichtige Fragen zusammen.

Ich habe Blutdruckmedikamente verordnet bekommen. Kann ich diese nur bei Bedarf einnehmen?

Nein, wenn die Diagnose des Bluthochdrucks gestellt ist, müssen die Medikamente regelmäßig eingenommen werden. Einzelne erhöhte Blutdruckwerte sind nicht aussagekräftig. Zur Therapiekontrolle sollte eine 24-Stunden-Blutdruckmessung beim Hausarzt durchgeführt werden.

Ich bin 54 Jahre alt und habe normale Werte. Aber meine Schwester hat Bluthochdruck, mein Vater eine Bypass-OP hinter sich, mein Opa ist mit 56, meine Mutter mit 68 Jahren am Herzinfarkt gestorben. Muss ich mir Sorgen machen?

Sie haben sicher eine familiäre Belastung. Deswegen sollten nach Bluthochdruck, hohem Cholesterin oder Diabetes gesucht und diese Risikofaktoren behandelt werden. Eine Untersuchung beim Kardiologen ist zu empfehlen.

Ich bin 53 und mache viel Sport. Beim Blutdruckmessen habe ich gelegentlich Werte in Höhe von 180 mm Hg festgestellt. Ist das schon Bluthochdruck?

Das kann man so nicht beurteilen. Die Diagnose wird mit der 24-Stunden-Messung gestellt. Dabei sollten die mittleren Werte nicht über 130 mm Hg systolisch liegen. Liegt ein Bluthochdruck vor, sollte eine medikamentöse Behandlung begonnen werden.

Gibt es nicht-medikamentöse Möglichkeiten der Therapie?

Regelmäßige sportliche Betätigung, mediterrane Ernährung, Verzicht auf Alkohol, Nikotin und übermäßigen Salzkonsum tragen zur Blutdrucksenkung bei.

Ich bin 86. Unter Einnahme von drei Medikamenten liegen die systolischen Blutdruckwerte bei 100 mm Hg. Beim Aufstehen wird mir schwindelig. Warum?

Zu starke Blutdrucksenkung kann Schwindel verursachen. Deshalb genügt es bei älteren Menschen, den Blutdruck auf 140 mm Hg einzustellen.

760_0900_131673_Telefonaktion_Impfen_Forum_01.jpg
Pforzheim

PZ-Telefone sind gefragt: Ärztinnen geben Tipps zur Corona-Schutzimpfung

Susanne Knöller

Susanne Knöller

Zur Autorenseite