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Smart City Pforzheim_Signet

Telekom startet Pilotprojekt in Pforzheim: Via App zum freien Parkplatz

Etwa 30 Prozent des innerstädtischen Verkehrs, so besagen Studien, entfallen auf die Parkplatzsuche. Etwa 1,3 Kilometer legen Fahrer zurück, bis sie dabei eine freie Fläche finden – wenn sie es denn schaffen. Die Folgen für die City: verstopfte Straßen, unnötiger CO2-Ausstoß und nicht zuletzt genervte Bürger.

Moderne Technik soll da Abhilfe schaffen, und Pforzheim ist dabei der Schauplatz für ein in Baden-Württemberg bisher einzigartiges Pilotprojekt. Schon jetzt bietet die Telekom über ihre kostenlose App "Park and Joy" neben der Möglichkeit, die Parkgebühren digital und bedarfsgenau zu bezahlen, Hilfe bei der Suche nach einem freien Stellplatz. Mittels anonymisierter Informationen aus dutzenden Datentöpfen, wie Wetterprognosen oder Bewegungsprofilen, berechnet die App Prognosen für freie Plätze in den Straßenzügen. In der App werden diese Bereiche Grün dargestellt. Diese Vorhersagen treffen laut Michael Kimberger von T-Systems, dem ausführenden Tochterunternehmen der Telekom, schon jetzt zu 80 Prozent zu. Doch jetzt kommt die Neuheit: Denn das ist der Telekom noch nicht genug, weswegen sie als "i-Tüpfelchen" am Mittwoch mit dem Einbau von Sensoren am Schulberg begonnen hat – und das für die Stadt Pforzheim kostenfrei.

Park&Joy (1)

Mittels Infrarot erkennen die Metallteile in der Größe einer Getränkedose rund um die Uhr, ob der Parkplatz, in dem sie verbaut sind, belegt ist, oder nicht. Die Genauigkeit der bisherigen Vorhersagen kann so von 80 auf 96 Prozent erhöht werden. Diese Bereiche werden in der App dann in Magenta ausgewiesen. Insgesamt rund 300 solcher Sensoren will die Telekom auf kostenpflichtigen Parkplätzen verbauen. Die Parkgebühren landen bei der Stadt, die Telekom erhebt pro Bezahlvorgang mittels App eine Servicegebühr von 19 Cent.

Für die Stadt habe die neue Technik gleich mehrere Vorteile, wie Oberbürgermeister Peter Boch und der Digitalisierungsbeauftragte Kevin Lindauer erklären. Zum einen könnte der Parkplatzsuchverkehr so zielgerichtet gelenkt und die Straßen so entlastet werden. Im Falle von voller Belegung profitiere auch der öffentliche Nahverkehr als stressfreie Alternative zum Auto. Gleichzeitig lieferten die Daten aber auch Infos zur Auslastung der Parkflächen. So könnten Bereiche, die nicht so gut ausgelastet sind, anderweitig genutzt werden, zum Beispiel als Grünfläche. Nicht zuletzt sei das neue System ein weiterer Baustein hin zur digitalen Stadt. "Für uns als Stadt Pforzheim ist es auch ein Signal, dass wir beim Thema Digitalisierung auf dem Weg zur Smart City vorankommen", sagt Boch.

Jeanne Lutz

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