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Jugendliche kommen immer noch zu leicht an hochprozentigen Alkohol, wie Testkäufe in Pforzheim gezeigt haben.
Jugendliche kommen immer noch zu leicht an hochprozentigen Alkohol, wie Testkäufe in Pforzheim gezeigt haben. © Symbolbild: dpa
11.12.2012

Testkäufe zeigen: Jugendliche kommen leicht an Alkohol

Das Gesetz ist eindeutig: Alkohol (außer Bier, Wein, Sekt und Mischgetränke) und Zigaretten dürfen nicht an Minderjährige verkauft werden. Dass die Umsetzung nicht immer funktioniert, ist den zuständigen Behörden bekannt. Mit kontrollierten Testkäufen versuchen daher das Amt für öffentliche Ordnung der Stadt Pforzheim und das Haus des Jugendrechts der Polizeidirektion das Personal in den Verkaufsstellen zu sensibilisieren. Das Testergebnis zeigt, dass es für Jugendliche immer noch relativ einfach ist, sich mit Alkohol und Zigaretten einzudecken.

Im November und Dezember wurden erneut solche Testkäufe in Pforzheim durchgeführt. Der Schwerpunkt lag hierbei auf Ladengeschäften, Kiosken und Tankstellen am Stadtrand und in den Ortsteilen. In 14 Verkaufsstellen versuchte eine 17-jährige Auszubildende der Stadt, Alkohol oder Tabakwaren zu kaufen. Sie wurde dabei von je einem Vertreter des Hauses des Jugendrechts und des Amts für öffentliche Ordnung begleitet.

Erschreckend war die Verkaufsquote an einem Freitagnachmittag: In fast allen der sechs aufgesuchten Geschäfte wurde das verbotene Genussmittel an die Minderjährige verkauft. Lediglich in einem Lebensmittelgroßhandel wurde der Ausweis der Auszubildenden verlangt und der Verkauf schließlich abgelehnt. Die Kontrollen am Montag jener Testwoche zeigten eine leicht verbesserte Quote: Bei acht Kontrollen wurde drei Mal der an die Kasse gebrachte Alkohol an die minderjährige Auszubildende verkauft.

Wer das tut, muss mit Bußgeldern bis 300 Euro rechnen. Die Behörden hoffen, durch wiederholte Testkäufe die Quote der Verstöße weiter senken zu können. Bei den Kontrollen hat sich gezeigt, dass die Verkaufsstellen in der Regel sehr gut darauf eingerichtet sind, die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes einzuhalten. Sowohl regelmäßige Schulungen des Verkaufspersonals als auch akustische oder optische Warnhinweise an den Kassen sollen die Verkäuferinnen und Verkäufer sensibilisieren. Teilweise führen die Handelsketten zudem eigene Testkäufe durch. Leider werden die Bestimmungen an der Kasse trotzdem häufig missachtet. pm