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Teufelszeug! Warum das Pflanzen von Paprika eine Schikane ist

Vielleicht erinnern Sie sich an mein Paprika-Experiment? Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich in diesem Jahr aus Samen selbst Gemüsepflanzen gezogen. Ich kaufe sonst immer Setzlinge, denn ich bin eine faule Gärtnerin. Nun also begann ich bereits im Februar mit der Paprika-Zucht am heimischen Wohnzimmerfenster – und es hat tatsächlich geklappt. Nun stehen die Wunder im Freiland und auf meinem Balkon.

Eine Kolumne von PZ-Redakteurin Petra Joos

Wie es sich gehört für ein erstes Mal, habe ich mich natürlich umfassend in die Materie eingelesen – und konnte dadurch gleich die nächste Premiere feiern. Da Paprika Starkzehrer sind, brauchen sie eine regelmäßige Düngung. Gar nicht mein Ding. Ich dünge nie und nichts. Aber ich will ja alles richtig machen, habe also Biodünger – sehr teuren –gekauft und beglücke ein Mal pro Woche die Pflanzen damit.

Tja, wie soll ich’s sagen: Meine kleinen Wunder werden nun immer wunderlicher. Es wachsen nur noch heftigst gekräuselte Blätter. Also habe ich mich auch in diese Materie eingelesen. Möglichkeit eins: Krankheiten. Sind nicht zu diagnostizieren, da neben der Kräuselung noch andere Symptome vorhanden sein müssen, was nicht der Fall ist. Möglichkeit zwei: Überdüngung. Volltreffer! Clever wie ich bin, habe ich unverzüglich den mir ohnehin verhassten Vorgang eingestellt. Da manifestiert sich aber bereits das nächste Stadium der Wunderlichkeit: schlaffes Herabhängen der Blätter.

Wieder bin ich voll in die Literatur eingestiegen. Möglichkeit eins: zu wenig Wasser. Kann ich ausschließen, die Erde ist sehr gut durchfeuchtet, denn ich gieße nahezu jeden Tag. Möglichkeit zwei: Blattläuse. Volltreffer! Hunderte, ach was sag‘ ich, Tausende winzig kleine grüne Biester tummeln sich an den Unterseiten der Blätter – aller Blätter. Woher, um Gottes Willen, kommen die denn nun? Die Fachliteratur sagt: von einer Überdüngung.

Nie wieder in meinem Leben werde ich irgendetwas düngen. Teufelszeug ist das!