nach oben
Der „Kasseler Bordstein“, der beim Umbau der Haltestellen eingesetzt wird, ist 22 Zentimeter hoch. Er soll auch vor dem Eutinger Rathaus verlegt werden. Foto: Frei
Der „Kasseler Bordstein“, der beim Umbau der Haltestellen eingesetzt wird, ist 22 Zentimeter hoch. Er soll auch vor dem Eutinger Rathaus verlegt werden. Foto: Frei
17.12.2015

Teurer Bushaltestellen-Umbau: Eutinger fühlen sich „über den Tisch gezogen“

Bis zum Jahr 2020 soll der öffentliche Personennahverkehr barrierefrei sein. Daher sollen in Eutingen die sieben Bushaltestellen der Linie 1 mit dem sogenannten „Kasseler Bordstein“ umgebaut werden, wobei auch Hilfen für Sehbehinderte mit integriert werden. Knapp 700 000 Euro kostet diese Maßnahme. Mit Vorbehalt hatte der Ortschaftsrat zugestimmt, am Mittwochabend aber erklärt, „über den Tisch gezogen worden zu sein“.

Der stellvertretende Ortsvorsteher und Stadtrat Bernd Zilly, der für den erkrankten Helge Hutmacher die Sitzung leitete, beklagte, „dass uns der Umbau als alternativlos verkauft wurde“. Inzwischen sei bekannt, dass das Umrüsten der Busse wohl preisgünstiger komme, durch die hohen Bordsteine auch keine Garagen- sowie andere Zu- und Ausfahrten behindert würden.

Unmut auch darüber, dass sich in Sachen „Toilette für das Bäuerliche Museum“ nichts tue. Ein ehemaliger städtischer Mitarbeiter habe für den Heimatverein eine Planung erstellt, „und das Projekt würde weitgehend durch Spenden finanziert“, betonte Ortschaftsrätin Ute Heidl. Es sei unverständlich, dass die Stadt auf dieses Angebot nicht eingehe. Daher drohe, dass das Museum im nächsten Jahr nicht öffne.

„Die pauschale Ausrede aus dem Rathaus, das Gebäudemanagement sei wegen der Flüchtlingsproblematik überlastet, ist ein fadenscheiniges Argument“, erklärte Zilly. Dabei stünden auch Mittel aus dem Ortschaftsbudget (pro Einwohner ein Euro) zur Verfügung, die bei Spenden in gleicher Höhe eingesetzt werden können. In diesem Jahr wurden die 8000 Euro bei weitem nicht genutzt.

Leserkommentare (0)