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Schon im Goldrausch: Gemeinsam mit Schülern einer Pforzheimer Ballettschule probt „Titanick“-Choreografin Amira Shemeis (hinten) eine Szene mit dem Goldfaden. Ende Juli soll sie auf dem Waisenhausplatz gezeigt werden. Foto: Falk
Schon im Goldrausch: Gemeinsam mit Schülern einer Pforzheimer Ballettschule probt „Titanick“-Choreografin Amira Shemeis (hinten) eine Szene mit dem Goldfaden. Ende Juli soll sie auf dem Waisenhausplatz gezeigt werden. Foto: Falk
06.02.2017

Theaterprojekt zum Jubiläum: Mimen händeringend gesucht

Pforzheim. Angekündigt ist ein einzigartiges Spektakel: Ende Juli soll Pforzheim anlässlich des Jubiläums „Goldstadt 250“ zur großen Theaterbühne werden. „Gold-Rausch“ heißt das Stück über die Geschichte der Stadt, das vom Theaterensemble „Titanick“ aus Münster inszeniert wird. Zentraler Bestandteil: Bürger aus Pforzheim und der Region, die als Laienmimen an dem Schauspielzug quer durch die Stadt teilnehmen. An denen mangele es aber noch, wie Uwe Köhler, künstlerischer Leiter des „Titanick“-Theaters, bedauert. Am Wochenende fanden im Lutherhaus am Schloßberg die ersten Workshops statt – mit nur rund zehn Teilnehmern.

Gute Ergebnisse

„Die Leute sind super und motiviert, nur bräuchten wir fünfmal so viele“, sagt Clair Howells, die fürs Einstudieren der Choreografien zuständig ist. 40 bis 50 Darsteller sollten es sein, „wir suchen händeringend nach Interessierten, die mitmachen wollen“, so Köhler. Wer einmal dabei gewesen ist, sei danach durch und durch begeistert, meint Köhler, der Projekte in der Größenordnung von „Gold-Rausch“ auch schon Münster oder Leipzig umgesetzt hat. Das Resümee der Workshops am Wochenende fällt trotzdem gut aus: „Wir haben schon tolle Ergebnisse erzielt, alle Teilnehmer hatten Spaß an den Proben“, sagt Köhler. Für die Teilnahmebedarf es keinerlei Vorkenntnisse. In den ersten Workshops wurden etwa choreografische Grundübungen und Schrittfolgen einstudiert. „Die sind für jeden machbar“, so Köhler. Für die schwierigen Parts sind „Titanick“-Profis verantwortlich.

In Sachen Musik sei die Lage besser: „Da haben wir viele Angebote“, sagt Köhler, „etwa von einem Kinder- und einem Erwachsenenchor und einer Trommlergruppe.“ Eine der Gruppen war am Samstag schon dabei: 15 Kinder und Jugendliche der Ballettschule Sabine Roser übten mit Choreografin Amira Shemeis erste Szenen. Köhler will durch direktere Ansprache und mehr Werbung neue Leute gewinnen. Im Notfall wolle man in Schulen und Vereinen vorsprechen. Richtigen Zeitdruck gebe es noch nicht „Die nächsten Workshops finden im März statt, aber selbst wenn jemand in den zwei Wochen im Juli, in denen wir jeden Tag proben, neu dazukommt, kann er noch mitmachen.“ Trotzdem: je früher, desto besser. „Das Ensemble wächst ja durch die Arbeit in der Gruppe auch zusammen.“

Köhler ist es wichtig, auch Menschen, die nur ein vages Interesse an „Gold-Rausch“ haben, zum Schnupper-Workshop zu bewegen: „Wem es dann gar nicht gefällt, kann immer noch gehen.“ Er ist nach wie vor überzeugt von dem Projekt und will die Begeisterung weitergeben: „Wir glauben, dass es eine fantastische Geschichte ist, in die wir die Besonderheiten der Stadt einbringen – macht mit!“ Die Idee zu „Gold-Rausch“ entstand 2012, ein Jahr später ging es mit ersten Vorbereitungen los: „Wir haben das von langer Hand geplant“, sagt der künstlerische Leiter, da soll es nicht an fehlenden Darstellern scheitern.

Die nächsten Workshops finden von Freitag bis Sonntag, 10. bis 12. März, im Lutherhaus am Schloßberg statt. Sie dauern freitags von 18 bis 21 Uhr, samstags von 11 bis 16 Uhr, sonntags von 11 bis 14 Uhr. Willkommen sind Theaterbegeisterte ab 18 Jahre aus Pforzheim und der Region, eine Teilnahme für Jüngere ist mit Ausnahmegenehmigung möglich.