nach oben
Diskutierten bei der Stadtmission: Stadtmission-Vorsitzender Hansgerd Gengenbach, Klingel-Geschäftsführer Dirk Hauke, Moderator Dirk Günkel und Ex-OB Gert Hager (von links). Foto: Nico Roller
Diskutierten bei der Stadtmission: Stadtmission-Vorsitzender Hansgerd Gengenbach, Klingel-Geschäftsführer Dirk Hauke, Moderator Dirk Günkel und Ex-OB Gert Hager (von links). Foto: Nico Roller
12.03.2018

Themenreihe der Stadtmission widmet sich der Leistungsgesellschaft

Pforzheim. Er müsse noch 148 713 Mails checken, heißt es in einem Lied von Tim Bendzko, das die Band der Pforzheimer Stadtmission am Samstagabend zum Besten gab. Ganz so viele sind es bei Dirk Hauke zum Glück nicht: Er bekomme rund 150 E-Mails am Tag, sagte der Geschäftsführer der Pforzheimer Klingel-Gruppe.

Er leitet eines der größten Versandhäuser Deutschlands mit mehr als 2500 Mitarbeitern, hat in seinem Job eine große Verantwortung und muss viel Leistung bringen.

Zusammen mit dem ehemaligen Pforzheimer Oberbürgermeister Gert Hager und Hansgerd Gengenbach, dem Vorsitzenden der Pforzheimer Stadtmission, diskutierte er am letzten Abend der Themenreihe „Unglaublich?!“ der Stadtmission über das Thema Leistung: Darüber, welche Rolle sie in der Gesellschaft spielt, wie man sie messen kann und was sie mit den Menschen macht. Etwa, wenn sie, wie Hauke, weitreichende Entscheidungen zu verantworten haben.

„Ich glaube, ich bin da ein relativ dickfelliger Mensch“, sagte der Klingel-Geschäftsführer lächelnd. Er erklärte, dass im unternehmerischen Kontext die betriebswirtschaftliche Leistung oft an Unternehmenskennziffern gemessen werde, etwa am erzielten Gewinn. Andere Komponenten, etwa die Beiträge des Einzelnen zur Innovation oder zur Teamfähigkeit, seien dagegen nur schwer messbar.

Eine individuelle Messgröße

„Ich denke, ,die Leistung‘ an sich gibt es nicht“, meinte Gert Hager. Genauso wenig wie eine einzige Messgröße, mit der man sie ermitteln könnte. Die Menschen seien dafür viel zu unterschiedlich, man dürfe sie nicht über einen Kamm scheren, so der ehemalige OB, der in den 1980er-Jahren als Packer bei Klingel gearbeitet hatte.

Auch er habe mal OB werden wollen, sagte Hansgerd Gengenbach augenzwinkernd. Oder, wenn nicht Stadtoberhaupt, zumindest Stadtkämmerer. Aber es kam anders. Mittlerweile ist er nicht nur der Vorsitzende der Stadtmission, sondern auch Verwaltungsdirektor der Liebenzeller Mission.

Eine gemeinnützige Organisation mit mehr als 200 Mitarbeitern, die sich vor allem durch Spenden finanziert und sich das Ziel gesetzt hat, den Glauben an Jesus Christus in die Welt zu tragen.

Ehrenamt trotz Arbeit

Nicht immer eine leichte Aufgabe. Motivation sei für ihn und seine Mitarbeiter besonders wichtig, sagte Gengenbach. Als Vorsitzender der Stadtmission sei er begeistert davon, wie viele Menschen einen Beitrag leisten – freiwillig und ehrenamtlich. „Da sehe ich: Da wirkt Gott.“ Von Gottes Wirken und dem befreienden Rhythmus seiner Gnade predigte anschließend der Schorndorfer Pastor Joachim Böker.