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26.01.2016

Thomas Kowalski wird neuer Chefarzt am Siloah St. Trudpert Klinikum

Pforzheim. Thomas Mann ist daran gestorben. Albert Einstein auch. Und Charles de Gaulle. Sie alle hatten ein Aneurysma der Bauchschlagader, das eines Tages platzte. „Mithilfe einer Stentprothese kann das verhindert werden“, betonte Dr. Thomas Kowalski am Dienstag. Er wird ab 1. Juli als Chefarzt in der Klinik der Gefäßchirurgie am Siloah St. Trudpert Klinikum arbeiten. Anhand eines Modells verdeutlichte er beim Pressegespräch den Wandel in der Gefäßmedizin.

Heute könne über Gefäße in der Leiste minimalinvasiv ein Stent gesetzt werden. „Auch wenn die klassisch-operative Behandlungsmethode nach wie vor unser Kerngeschäft darstellt, nimmt die interventionelle immer mehr zu“, so der 50-Jährige, der zuletzt vier Jahre lang Chefarzt der Chirurgischen Klinik am Petrus-Krankenhaus in Wuppertal war. Dabei komme der Patient schneller wieder auf die Beine, die Therapiemöglichkeiten seien größer. Das Problem bei Aneurysmen: „Sie tun nicht weh und werden zufällig bei einer Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung entdeckt“, so Kowalski. Hauptursache für die Erkrankung ist die Gefäßverkalkung.

„Durch den demografischen Wandel werden die Gefäßprobleme deutlich zunehmen“, sagte Gerhard Bossert, Verwaltungsratsvorsitzender des Siloah St. Trudpert Klinikums. Bis 2030 rechne man mit einer Zunahme der Behandlungsfälle im Krankenhausbereich wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen um rund 25 Prozent. Seit 30 Jahren bestehe im Klinikum Siloah St. Trudpert eine ausgewiesene Expertise bei der Behandlung gefäßkranker Patienten, betonte Verwaltungsdirektor Jürgen Scherle. Derzeit werden in der Gefäßklinik mit ihren 40 Betten rund 800 Patienten stationär und 2500 ambulant behandelt. Neben Durchblutungsstörungen sind Schlaganfallprophylaxe, Krampfadern und Dialyse die Hauptaufgabenfelder in der Gefäßchirurgie.

25 Jahre lang an Kliniken tätig

„Mit Thomas Kowalski haben wir einen hervorragenden Spezialisten gefunden“, sagte Bossert. Er tritt die Nachfolge von Chefarzt Dr. Frank-Michael Lemminger an, der Ende Juni in den Ruhestand verabschiedet wird. Sein Team umfasst in der Klinik zwei Oberärzte und drei Assistenzärzte. „Ich habe selbst als kleiner Assistenzarzt begonnen“, erinnert sich Kowalski. Heute könne er auf eine 25-jährige klinische Tätigkeit in der Gefäßchirurgie zurückblicken. 1965 in Hamburg geboren, studierte er in der Hansestadt Medizin. Im Anschluss arbeitete er unter anderem in Hamburg und Marburg, bevor er ab 2008 zunächst am Klinikum Uelzen und ab 2010 am Petrus-Krankenhaus in Wuppertal als Chefarzt fungierte. Kowalski ist verheiratet und Vater dreier Töchter.