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Die Rathausuhr in Pforzheim wird repariert.
Die Rathausuhr in Pforzheim wird repariert. © Seibel
25.10.2010

Tickende Zeitbombe: Uhr-Platten waren nur geklebt

PFORZHEIM. „Sechs Monate war die Arme krank, bald tickt sie wieder, Gott sei dank!“ Frei nach Wilhelm Busch kann man dies mit Blick auf die Rathaus-Uhr feststellen. Ende Mai war festgestellt worden, dass sich eine der vier Marmorplatten gelöst hatte, die daraufhin aus Sicherheitsgründen mit Hilfe des Kranwagens der Feuerwehr abgenommen worden war. Seither standen die Zeiger auf zwei vor Zwölf, zudem war das Glockenspiel verstummt. Denn dieses war mit dem Uhrwerk gekoppelt.

Am Montag ist nun ist vom Dach des Rathaus-Pavillons ein Gerüst hoch zum fünften Stock gezogen worden, wo die Uhr an der umlaufenden Brüstung angebracht ist. Wie Rüdiger Weinbrecht vom städtischen Gebäudemanagement dazu feststellte, habe sich die Reparatur unter anderem deswegen verzögert, weil ein neues Uhrwerk eingebaut werden muss. Das bisherige ist mittlerweile 40 Jahre alt und schon lange gibt es keine Ersatzteile mehr. Zuletzt habe man mehr und mehr improvisieren müssen, um die Uhr in Gang halten zu können, erläuterte Weinbrecht. Und da sich die Stadt bekanntlich in einer finanziell schwierigen Situation befindet, mussten die rund 15 000 Euro für die Sanierung erst bereitgestellt werden.

Wie sich bei der Untersuchung der Rathaus-Uhr durch einen Steinmetz ergeben hatte, waren die vier jeweils 50 Kilo schweren Marmorplatten nicht verankert sondern nur auf eine Holzverschalung geklebt worden. Und dies mit einem Klebstoff, der eigentlich nur für Innenräume geeignet sei, so Weinbrecht. Daher könne man von Glück sagen, dass nichts passiert sei.