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Vom Hochhaus ist bei dieser Studie nichts mehr übrig: Die Stadtbau plant aktuell für die westliche Erweiterung des Tiergartens nur noch mit einem markanten Eingangsgebäude und weiteren fünf Geschossbauten. Bewohnerproteste haben die ursprünglichen Pläne verhindert. Visualisierung: Stadtbau

Tiergarten, Nordstadt-Lidl und Calwer Straße - das hat der Gestaltungsbeirat jetzt beschlossen

Pforzheim. Die Hängepartie um die Lidl-Verlagerung hat zwar ein Ende, doch die städtebaulichen Ideen der Gestaltungsbeiräte sind mit dem Bautypen-Prinzip der Firma Lidl nicht kompatibel. Und statt des ursprünglich geplanten Hochhauses am Eingang der westlichen Erweiterung des Tiergartens wird lediglich ein viel niedrigeres, markantes Eingangsgebäude entstehen. Der Gestaltungsbeirat als beratendes Gremium der Stadt diskutierte am Freitag öffentlich über insgesamt vier wichtige bauliche Vorhaben.

Überarbeitete Studie westlicher Tiergarten

Die Architekten lobten die überarbeiteten Erweiterungspläne des Berliner Büros „dreigegeneinen“ für den westlichen Tiergarten zwischen Lion-Feuchtwanger-Allee und Straße des 3. Husarenregiments. Zugrunde lag ein im Sinne der Anwohner überarbeiteter Entwurf. Das vom Gestaltungsbeirat für gut befundene Hochhaus mit einer Höhe von 50 Metern gegenüber der Sparkassen-Ellipse ist vom Tisch. Die Konversionsgesellschaft plant jetzt ein halb so hohes schlankeres Gebäude am Eingang und weitere fünf Geschossbauten. Dort haben laut Stadtbau-Geschäftsführer Oliver Lamprecht insgesamt 126 Wohnungen Platz. Es entstehen 136 Parkplätze. „Dreigegeneinen“ hatte außerdem im Wettbewerbsentwurf 22 Einfamiliengrundstücke und einen parkähnlichen Grünstreifen, der sie von den Geschossbauten trennt, und einen Kindergarten beherbergt, vorgesehen. Dem sprach Professor Ludwig Wappner als Sprecher des Gestaltungsbeirats eine „große Qualität“ zu. Er und seine Kollegen plädierten für eine einheitliche Handschrift. Jetzt soll ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erstellt werden.

Wohnbebauung an der Calwer Straße 119–125

Kritik äußerte das Gremium am Entwurf zum Neubau an der Calwer Straße 119–125. Das Büro SWS-Architekten will für die Stadtbau 19 sozial geförderte Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen mit gartenseitigen Laubengängen bauen. Die Gestaltungsbeiräte wünschten sich im Osten zum Hang hin eine Erschließung über ein offenes Treppenhaus, statt Staffelgeschossen, ein Dach, wie es auch Bauten in der Umgebung vorgeben und keine Parkplätze im Erdgeschoss.

Verlagerung der Lidl-Filiale auf das Güterbahnhofareal

Für die Verlagerung der Lidl-Filiale auf das Güterbahnhof-Areal hat der Pforzheimer Architekt Peter W. Schmidt einen neuen Entwurf vorgelegt, der den Denkmalschutz der Güterhalle und eine Waschanlage im vorderen Bereich berücksichtigt. Der beige, schlanke Klinker-Bau mit 1300 Quadratmetern Verkaufsfläche dockt an der denkmalgeschützten Güterhalle an und nutzt noch einen Teil derselben für die Anlieferung. Den Vorschlag von Gestaltungsbeirat Christof Felger, den Eingang von der Neubauseite in die Mitte des entstehenden langen Riegels zu verlegen (und damit auch die Anlieferung zu verändern), damit auch die in spe sanierte Güterhalle mit ihrer künftigen Nutzung wie etwa einem Café von den Lidl-Kunden profitiere, lehnte Stefan Niepel von der Lidl-Regionalgesellschaft Bietigheim ab. Man wolle nicht, dass bestimmte Parkplätze überfrequentiert würden. Lidl gehe es darum, seinen Bautyp 1300 zu realisieren, um innere Abläufe zu optimieren, und nicht darum, städtebaulich auf den Ort zu reagieren, resümierte Wappner.

Mehr dazu – unter anderem auch noch über den Neubau eines Gebäudes mit Lager, Fertigung und Büro am Andreas-Odenwald-Weg, lesen Sie am Samstag, 4. Mai, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.