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Pinguin, Dino, Krebs oder Katze: Annkathrin Wulff beweist in Krisenzeiten tierische Kreativität.  Foto: Privat 
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Ein erstes Gebot über 20 Euro für diesen Fuchs liegt schon vor.  Foto: Erb 

Tierisch kreativ in der Krise: Stadträtin in Pforzheim versteigert ihr „Corogami“

Pforzheim. Sie sorgen in Sozialen Netzwerken für Aufsehen und haben es sogar schon in die Samstagskolumne der „Pforzheimer Zeitung“ geschafft. Nun sollen sie nicht nur Zerstreuung und gute Laune bringen, sondern auch dabei helfen, Gutes zu tun. Ihre Papiertierchen, die Annkathrin Wulff (33) seit Beginn der Corona-Krise mit Engelsgeduld und beachtlicher Fingerfertigkeit faltet, versteigert die SPD-Stadträtin zugunsten der PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“.

Bereits am ersten Tag der Ausgangsbeschränkungen hat die Oberstudienrätin und Personalratsvorsitzende an der Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule, Hauptpersonalrätin für Lehrkräfte an Beruflichen Schulen in Baden-Württemberg und Bewerberin um das hiesige SPD-Landtagsmandat damit begonnen, was sie selbst „Corogami“ nennt, eine Wortschöpfung aus Corona und der japanischen Papierfalttechnik Origami.

Aller Anfang war schwer. „Ich hatte das ja noch nie gemacht“, berichtet Wulff, „das war dann zum Teil schon abenteuerlich und ich manchmal der Verzweiflung nahe.“ Doch Papier wurde zum Tier. Zum Fuchs. Zum Vogel. Zum Eichhörnchen, für das die Bastlerin fast eine Stunde benötigte. Doch dann ging es ihr immer flotter von der Hand. „Inzwischen bin ich beim Dinosaurier angekommen“, erzählt Wulff schmunzelnd.  Das „Corogami“ gebe ihr viel in der Krisenzeit: „Man schaltet wirklich ab.“ Auf ihrem Instagramkanal @annkathrin_wulff ließ sie andere am steten Wachsen des papiernen Zoos teilhaben – und erntete viele positive Rückmeldungen. So kam Wulff auf die Idee, ihr „Corogami“ für „Menschen in Not“ zu versteigern. Zugleich will sie nach eigenen Angaben für die zurückliegenden zwei Monaten auf ihre Aufwandsentschädigung als Stadträtin, also insgesamt 800 Euro, verzichten und das Geld an acht hiesige Einrichtungen spenden, die sich für die Gesundheit anderer oder das Wohlergehen von Kindern und Familien einsetzen. Sie würde sich freuen, wenn es Gemeinderatskollegen, deren persönliche Situation dies erlaube, es ihr auf freiwilliger Basis nachtun, sagt Wulff.

Eine erste Offerte – 20 Euro für einen Fuchs – liegt schon vor. Wer mitmachen will, schreibt per E-Mail an mail@annkathrin-wulff.de, welches Papiertier er gerne haben möchte und was er zu zahlen bereit ist. Das Mindestgebot liegt jeweils bei fünf Euro, damit für die gute Sache auch etwas zusammenkommt. Jeder Teilnehmer kann maximal drei Tierchen ordern. Übergeben werden diese dann zu einem späteren Zeitpunkt im Fraktionszimmer der SPD im Rathaus – unter coronagerechten Abstands- und Hygieneregeln, versteht sich.

Mehr über das „Corogami“ lesen Sie am Donnerstag, 30. April, in der „Pforzheimer Zeitung“.

Claudius Erb

Claudius Erb

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