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Die Leiterinnen des Tierheims Linda Giek und Nadine Reisacher suchen für ihre Schützlinge ein neues Zuhause. So auch für die 2008 geborene Mischlings-Hündin Batida: „Sie ist sehr liebenswert und verschmust, andere Hunde findet sie doof und möchte Einzelprinzessin sein. Eine echte Herzdame.“
Die Leiterinnen des Tierheims Linda Giek und Nadine Reisacher suchen für ihre Schützlinge ein neues Zuhause. So auch für die 2008 geborene Mischlings-Hündin Batida: „Sie ist sehr liebenswert und verschmust, andere Hunde findet sie doof und möchte Einzelprinzessin sein. Eine echte Herzdame.“
11.12.2016

Tierschützer mahnen zur Vernunft - Tierheim platzt aus allen Nähten

Frank Becker liebt seinen Hund. Doch haben weder er noch seine Partnerin die Möglichkeit, sich um Schäferhund Paul zu kümmern. Die Suche nach Arbeit führte den gelernten Koch nach Pforzheim, nachdem er die vergangenen 30 Jahre in Spanien gelebt hatte.

Arbeit hat er mittlerweile gefunden, auch die Wohnsituation ist geklärt. Doch möchten die neuen Vermieter einen so großen Hund nicht im Haus haben. Und selbst wenn dem so wäre, fehlt Becker einfach die Zeit, sich um Paul zu kümmern. Da bleibt nur der Gang zum Tierheim. Doch auch der blieb ohne Erfolg. In Pforzheim gibt es derzeit schlicht keine Kapazitäten.

An tierischer Kundschaft herrscht beim Tierschutzverein nämlich absolut kein Mangel. Das fällt schon auf, kurz nachdem man das große stählerne Tor durchschritten hat, das auf das Gelände des Tierheims führt. Denn ein fremder Besucher entgeht besonders den 60 Hunden nicht, die derzeit in Nachbarschaft zu 80 Kleintieren, dem Wallach Anton und rund 100 Katzen auf ihre neuen Besitzer warten. Die fänden sich regelmäßig, wie Linda Giek erzählt: „Wir haben zum Glück eine recht hohe Vermittlungsquote.“ Dennoch seien die Aufnahmekapazitäten des Vereins praktisch ständig am Limit, sagt Giek, die zusammen mit Nadine Reisacher das Tierheim leitet.

Platz ließe sich irgendwie immer finden, für Notfälle sei man bereit. Doch könne es durchaus sein, dass man sich mit der Abgabe seines Tieres gedulden müsse: „Wir helfen wann immer wir können. Aber neue Zwinger zaubern, können wir nicht.“ Bestehe für einen Tierbesitzer keine unmittelbare Zeitnot, so gebe es für solche Fälle eine Warteliste.

Auf dieser Liste wäre auch Paul gelandet, wenn er nicht zwischenzeitlich bei einem älteren Ehepaar untergekommen wäre. Die haben ihn allerdings schon wieder abgegeben, sie sind nicht mit ihm klargekommen. Jetzt hat Paul ein Plätzchen in einem Tierheim in Schwäbisch Hall gefunden und wartet dort auf ein neues Herrchen. Grundsätzlich genießen Fundtiere, oder solche, die aufgrund nicht artgerechter Haltung durch das Veterinäramt beschlagnahmt werden, eine höhere Priorität für die Unterbringung im Tierheim. Und die Zahl dieser Tiere wächst laut Giek. Erschwerend hinzu kommt, dass Weihnachten kurz vor der Tür steht. Immer wieder kommt es zu dieser Zeit vor, dass Interessenten im Heim vorbeikommen und ein Tier suchen, dass verschenkt werden soll. Von Giek und ihren Mitarbeitern gibt es in diesen Fällen eine klare Reaktion: „Wenn jemand etwas verschenken will, dann bitte kein Tier.“ Das sei schon deswegen sinnfrei, weil man die Entscheidung für die Aufnahme eines Tieres nicht in Stellvertretung treffen könne. Besser sei es, zusammen mit demjenigen, der beschenkt werden soll, im Tierheim vorbeizukommen. Dann ließe sich eine individuelle Beratung realisieren.

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