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Stefan Kellenberger, Leiter des Kindergartens, Caritas-Chef Frank Johannes Lemke, Caritas-Bereichsleiter Raffael Biscardi, Susanne Knöller, Vorsitzende von „Menschen in Not“, sowie die Erzieherinnen Michaela Jünglin, Marina Müller und Sandra Gleich (von links) sind vom Tipi begeistert.  Foto: Moritz 

Tipi-Romantik im Naturkindergarten: „Menschen in Not“ spendiert Zelt im Wert von 5600 Euro

Pforzheim. „Das Tipi macht eine Riesenfreude – den Kindern, Mitarbeitern und den Eltern“, sagt Caritas-Chef Frank Johannes Lemke. „Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich hier mal übernachten möchte“, verrät er hinter vorgehaltener Hand. Bis es dazu kommt, haben die 20 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren das Tipi im Naturkindergarten an der Wolfsbergallee, der im Juni 2019 eröffnet wurde, für sich.

Aufgebaut wurde das acht Meter hohe Tipi nicht nur von zwei Mitarbeitern des Herstellers aus Bayern, sondern auch die Erzieher und Kinder halfen tatkräftig mit – immer unter Wahrung der Corona-Auflagen.

Stefan Kellenberger, Leiter des intergenerativen und tiergestützten Naturkindergartens des Caritas-Verbands, erinnert sich: „An dem Novembertag war so schlechtes Wetter mit heftigem Wind, dass wir mehrfach das Aufstellen abbrechen mussten.“ Doch schließlich gelang es . Als das Tipi stand, brach Jubel los. „Die Kinder waren so aufgeregt“, berichtet er. Alle hätten mitgeholfen, das Projekt zu bewerkstelligen.

„Ehe der Untergrund des Innenraums hergerichtet werden konnte, musste die Nässe raus.“

Stefan Kellenberger

Mit regelmäßigem Anfeuern der Feuerstelle sei das gelungen. Schließlich wurde im Durchmesser von acht Metern Vlies ausgelegt, und es wurden darauf Hackschnitzel verteilt.

Auch die Eltern bringen sich in den Kindergarten ein, soweit das in der Pandemie geht: „Die Hackschnitzel waren eine Spende, genauso wie die Bänke und Felle“, freut sich Kellenberger. „Wir pflegen eine sehr enge Erziehungspartnerschaft.“

„Derzeit wird das Tipi überwiegend zum Aufwärmen genutzt“, sagt Kellenberger. „Auch wenn es regnet und wir nicht draußen essen können, sitzen die Kinder dort zusammen.“ Das Tipi diene zudem als Unterschlupf für feste Rituale wie Morgen- und Abschlusskreis. Außerdem fänden Projekte darin statt. „Die Vorschule beispielsweise, wofür man einen geschützten Rahmen braucht.“

Albert-Stehlin-Haus: Miteinander der Generationen

Auf dem großen Areal, das direkt ans Altenpflegeheim Albert-Stehlin-Haus der Caritas angrenzt, haben auch zwei Kaninchen ein Zuhause gefunden. „Wir fangen klein an“, erklärt der Kindergarten-Leiter. Geplant sei, dass irgendwann nicht nur Kaninchen an der Wolfsbergallee leben, sondern auch Shetland-Ponys. „Die Kinder sind fest in das Versorgen einbezogen. Ein Team kümmert sich ums Futter, andere sind fürs Säubern oder die Pflege zuständig“, so Kellenberger weiter. „Das ist fester Bestandteil unseres Kindergartens.“

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Leiter Stefan Kellenberger, Susanne Knöller, Frank Johannes Lemke und Raffael Biscardi sitzen mit den Kindern um die Feuerstelle. Bald wird diese abgebaut, und das Tipi wird im Sommer der erfrischende Ort im Kindergarten werden. Foto: Moritz

„Wir gehen nicht nur raus, wenn schönes Wetter ist. Wir sind ein Draußen-Kindergarten. Unsere Kinder erleben den Jahreskreislauf. Das ist das, was uns ausmacht“, sagt der Leiter. Hier träfen Kinder aus ganz verschiedenen Lebenswelten zusammen, und jedes bringe andere Wurzeln mit. An Regentagen würden die Eltern oft fragen, „Ja, was machen Sie denn jetzt?“, berichtet er weiter. „Ich sage dann, dass wir rausgehen.“ Und das werde umgesetzt. Die Kinder würden dann einfach mit Wasser spielen. „Unser Erdberg wird bei Regen beispielsweise zum Matschberg.“ Caritas-Chef Lemke verweist darauf, dass natürlich auch der intergenerative Aspekt im Naturkindergarten gepflegt werde. „Corona hat uns aber einen Strich durch die Rechnung gemacht.“

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Pforzheim

Bewohner schätzen Arbeit der Soldaten: Bundeswehr unterstützt Caritas-Einrichtungen mit Abstrichen

Vor der Pandemie seien die Kinder und Erzieher regelmäßig bei den Senioren im Albert-Stehlin-Haus gewesen. „Das ist nicht auf ein- oder zwei Mal pro Jahr beschränkt, sondern das gemeinsame Mittagessen ist ein zentraler Punkt. Damit der gegenseitige Austausch gelingt, sind die Verbindungswege mit dem Rollator befahrbar, und die Senioren können jederzeit zu den Kindern.“ Dieser Aspekt liege allen am Herzen. „Es soll ein Miteinander werden – ungezwungen und nicht aufgesetzt.“

Susanne Knöller

Susanne Knöller

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