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Klärt die Fünftklässler über den sicheren, verantwortungsvollen Umgang mit Handys auf: der Sozialpädagoge Clemens Beisel. Foto: Privat
Klärt die Fünftklässler über den sicheren, verantwortungsvollen Umgang mit Handys auf: der Sozialpädagoge Clemens Beisel. Foto: Privat
17.12.2015

Tipps vom Smartphone-Profi am Reuchlin-Gymnasium

Smartphones gehören auch für die Jüngsten zum Alltag, – und damit auch die Risiken von Datenmissbrauch bis Cybermobbing. Der kompetente Umgang mit den Minicomputern mit Telefonfunktion stand nun im Mittelpunkt eines Workshops am Reuchlin-Gymnasium. Finanziert von der Jakob-und-Rosa-Esslinger-Stiftung, beleuchtet Diplom-Sozialpädagoge Clemens Beisel in drei Schulstunden und ebenso vielen Einheiten mit Fünftklässern Fragen zur sicheren und kompetenten Nutzung.

Betroffen sind fast alle: „In der Regel haben vielleicht zwei oder drei Schüler pro Klasse kein Smartphone“, schätzt Beisel. „Ich kenne keine Klasse, die keinen Chat über WhatsApp hat.“ Die Materie ist komplex, birgt Herausforderungen auf unterschiedlichen Ebenen – inhaltlich, technisch wie sozial. Beisel spricht mit den Kindern etwa darüber, wie sich Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen lassen, oder was es mit „Big Data“, dem Sammeln und Auswerten großer Datenmengen, auf sich hat – dass Aktionen auf Webseiten im Allgemeinen sowie in sozialen Netzwerken und Online-Shops im Besonderen gespeichert werden.

„Es gibt das Bild vom tropfenden Handy“, sagt Beisel, der beim Stadtjugendring angestellt ist und zugleich sein eigenes Projekt „Clemens hilft“ gestartet hat. Jede Interaktion ist ein Tropfen ins Meer von „Big Data“. Das müsse nicht negativ sein, ermögliche etwa Empfehlungen – aber der Nutzer werde eben transparenter. Umso wichtiger ist, dass Kinder und Jugendliche solche Zusammenhänge kennenlernen. Auch wenn es am Ende keine absolute Sicherheit gibt und gegen den Hackerangriff kaum ein Kraut gewachsen ist: „Es geht darum, dass sie schützen, was sie schützen können“, sagt Beisel.

„Wir hatten ein sehr positives Feedback, das ist eine tolle Aktion“, sagt Schulleiter Kai Adam. „Ich finde es ganz wichtig, dass Kinder und Jugendliche lernen, mit diesen Techniken umzugehen, Kompetenzen entwickeln.“ Auch der Bildungsplan schreibe vor, sich damit auseinanderzusetzen. „Nur wer von den Gefahren weiß, kann ihnen entgegenwirken“, so Adam, der den Präventionsaspekt betont – gerade mit Blick auf das Thema Cybermobbing. „Wenn es dazu kommt, muss man mit aller Entschiedenheit dagegen vorgehen, doch zunächst ist es entscheidend, dafür zu sorgen, dass es nicht entsteht.“

Der Diffamierung im Internet nähert sich Beisel mit einem von Schülern gedrehten Film sowie einem Rollenspiel. „Eine Gruppe schlüpft in die Rolle der Opfer, eine andere in die der Täter“, sagt der Sozialpädagoge. So sollen die Schüler ihr Empathievermögen stärken – und für Mobbing sensibilisiert werden.