760_0900_20529_.jpg Tornado über Pforzheim: Eine Nacht unvorstellbaren Schreckens
Blick in die Obere Rodstraße, nachdem der Tornado gewütet hatte.

Tornado über Pforzheim: Eine Nacht unvorstellbaren Schreckens

Pforzheim. Vor 45 Jahren, am 10. Juli 1968, fegte ein Tornado über Pforzheim. Er schlug eine Schneise von Ittersbach bis Neubärental.

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Am 10. Juli 1968 wütete ein Tornado über Pforzheim

Vor allem auch jene nicht, deren Häuser oder Autos, die bis zu 200 Meter durch die Luft gewirbelt wurden, erheblichen Schaden erlitten hatten. In Ottenhausen hatte der Tornado, auf seinem Weg von den Nordvogesen kommend, sogar zwei Todesopfer gefordert.

Die Schreckensbilanz wies in Pforzheim 400 Verletzte (davon 80 schwer) und einen Gesamtschaden von umgerechnet 100 Millionen Euro auf. Kein Wetterdienst hatte an jenem Mittwoch Alarm geschlagen. Drei Minuten dauerte der zerstörerische Spuk, der vor nunmehr 45 Jahren um 21.37 Uhr Pforzheim erreichte und eine 600 Meter breite Schneise in die Stadt schlug. Hinter Neubärental löste sich der Tornado um 21.50 Uhr in dieser schwülen Nacht in ein laues Windchen auf.

Rund 3000 Helfer waren damals im Einsatz, darunter auch Bundeswehr sowie amerikanische und französische Hilfskräfte. Es war Pforzheims schlimmste Nacht seit den Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg. Und dieser Tornado sollte bis heute der heftigste bleiben, der bisher über Deutschland wütete.

Er wurde später in der sogenannten Fujita-Skala in Stufe vier von fünf eingeordnet. Das bedeutet eine Windgeschwindigkeit von 331 bis 417 Stundenkilometer.

Die zerstörerische Kraft dieser Naturgewalt hatte an über 2300 Gebäuden nicht nur Dächer abgedeckt und Fensterscheiben eingedrückt, es wurden auch ganze Seitenwände aus Häusern gerissen, er hatte Strommasten umgeknickt, und in den Wäldern knickten Bäume wie Streichhölzer um. Rund 140 Pforzheimer waren obdachlos geworden, ein paar Tage später kamen nach kräftigen Regenfällen weitere 60 hinzu, da ihre beschädigten Häuser nicht mehr bewohnbar waren.

Auch für Gertrud Elsäßer, die an der Dijonstraße auf dem Rod wohnt, wird das schreckliche Geschehen vom 10. Juli 1968 stets Jahr für Jahr aus der Erinnerung vor Augen geführt. Und die Fotos, die ihr verstorbener Mann damals gemacht hatte, bekunden stets aufs neue, welche Naturgewalt damals über die Menschen hereinbrach.