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Trikot-Tausch und Blutgrätsche: Frau-TV im WM-Fußball-Fieber © Seibel
17.06.2011

Trikot-Tausch: Frau-TV macht sich fit für die WM der Damen

"Versuche einfach, den Kopf irgendwie an den Ball zu bekommen,“ rät mir die quirlige Blondine, die anderthalb Meter von mir entfernt steht. Während ich ängstlich überlege, wie ich den Ball möglichst nicht auf Nase oder Auge bekomme, spüre ich schon den dumpfen Schlag gegen meine Stirn.

Bildergalerie: Frau-TV im Fußball-Fieber

Immerhin - mein erster Kopfball landet, wo er landen soll. Frauen und Fußball – das passt eben doch zusammen: Nicht nur ich bin stolz, auch meine Fußball-Trainerin für einen Tag, Tanja Coblenzer, schaut zufrieden. Passend zur Fußball-Weltmeisterschaft der Damen, vom 26. Juni bis zum 17. Juli, nehme ich eine kleine Trainingseinheit bei der 25 Jahre alten Kieselbronnerin. Was Fußball betrifft, ist sie eine absolute Koryphäe im Sportkreis Pforzheim. Bis 2010 hat sie für den VFL Sindelfingen in der Bundesliga gekickt.

Heute spielt sie Fußball nur noch als Hobby, das WM-Fieber hat sie aber trotzdem schon gepackt. Schließlich kennt Coblenzer noch einige National-Spielerinnen aus ihrer Bundesliga-Zeit. Kim Kulig zum Beispiel. Die zählt im WM-Team zu ihren Lieblings-Spielerinnen.
Nicht bei allen Deutschen ist das WM-Fieber ausgebrochen. Fußball-Fanatismus scheint in einem direkten Zusammenhang mit dem Geschlecht der Spieler zu stehen. So wurde die Weltmeisterschaft der Männer im Jahr 2006 zu einem Sommermärchen verklärt, obwohl die deutsche Nationalmannschaft nur den dritten Platz eroberte. In diesem Jahr findet wieder eine Fußball-WM im eigenen Land statt, nur ist dieses Mal die Euphorie weit weniger groß. Das belegt eine Studie des Marktforschungsinstituts „Ears and Eyes“. Demnach seien nur 55 Prozent, am nahenden Sportereignis „tendenziell interessiert“. Von Begeisterung kann da keine Rede sein.
Mit dem sportlichen Können der Fußballer-Frauen kann das Desinteresse der Deutschen nicht zusammenhängen. Das deutsche Team gilt bei der diesjährigen WM als Favorit und ein dritter WM-Sieg in Folge ist möglich. Ein solcher Titel liegt bei den Männern schon ganze 21 Jahre zurück.
Dass Frauen mehr Eleganz beim Fußballspiel an den Tag legen als ihre männlichen Kollegen, weiß Tanja Coblenzer: „Es wird nicht so fies gefoult auf dem Spielfeld. Und Frauen spucken beim Spiel nicht auf den Boden.“
Das Video zum Thema finden Sie auf www.pz-news.de/frau-tv

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