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 Foto: Symbolbild 

Tritte und Schläge: Betrunkene junge Frauen greifen PZ-Austräger brutal an

Pforzheim-Huchenfeld. Es ist die Nacht auf Samstag, kurz nach 1 Uhr, als zwei PZ-Austräger kurz nacheinander an der Bushaltestelle St.-Hubertus-Straße in Huchenfeld ankommen. Dort wollen sie ihre Zeitungen einladen und dort treffen der 66-Jährige und die 52-Jährige auf zwei junge Frauen. Ein Teil der Zeitungen liegt am Boden. Als die Austrägerin die Ausgaben einladen möchte, kommt es zur verbalen Auseinandersetzung mit den 17- und 20-jährigen Frauen.

„Sie haben Ausdrücke verwendet, die ich eigentlich nicht in den Mund nehmen will“, berichtet sie. „Unterstes soziales Niveau“, pflichtet ihr Kollege bei. „Wir wollten nur einladen und so schnell wie möglich den Ort verlassen.“ Doch es kommt anders: „Sie haben sich mir in den Weg gestellt und mich geschubst“, so die Austrägerin.

Ohne Vorwarnung wird sie von der Faust einer der jungen Frauen am linken Ohr getroffen. „Ich habe den Schlag nicht kommen sehen, sie hat von der Seite mit voller Wucht draufgedroschen“, erinnert sich die 52-Jährige, die daraufhin das Bewusstsein verlor. Die beiden Frauen, so der 66-Jährige, hätten auf die am Boden liegende Austrägerin eintreten und ihr das Handy abnehmen wollen, als diese die Polizei rief. „Da bin ich dazwischen gegangen. Wenn ich nicht da gewesen wäre, ich weiß nicht, was passiert wäre“, sagt der Austräger.

Die 20-Jährige hat dem Austräger während seines Rettungsversuchs zwischen die Beine getreten. Beim Versuch, sich durch Wegdrehen zu schützen, verletzt sich der Mann an seinem kürzlich operierten Knie.

Zwischenzeitlich kann die Austrägerin die Polizei informieren, innerhalb von fünf Minuten seien die Beamten des Reviers Süd vor Ort gewesen. Noch vor ihnen trifft die Mutter der 20-Jährigen an der Haltestelle ein. Die Polizisten stellen bei ihrer Tochter 0,98 Promille Alkohol fest, bei der 17-Jährigen sind es sogar 1,38 Promille.

Die beiden Frauen, die den Austrägern laut Polizei „weitläufig bekannt“ seien, hätten keine Anstalten gemacht, den Tatort zu verlassen. Die Opfer haben Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Der Fall wird laut Polizeisprecher Fritz Bachholz vom Haus des Jugendrechts bearbeitet werden. Zwar hätten die beiden Verdächtigen eine Gegenanzeige angekündigt, seien die Antwort auf die Frage nach erlittenen Verletzungen jedoch in jener Nacht schuldig geblieben.