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Wieviel Vielfalt darf’s denn sein in der Trägerschaft der Pforzheimer Kitas? Diejenigen, die schon am Markt sind, würden gerne unter sich bleiben. Auch wenn die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt. Foto: Stratenschulte
Wieviel Vielfalt darf’s denn sein in der Trägerschaft der Pforzheimer Kitas? Diejenigen, die schon am Markt sind, würden gerne unter sich bleiben. Auch wenn die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt. Foto: Stratenschulte
08.02.2019

Trotz Kita-Mangel in Pforzheim: Örtliche Träger wollen auswärtige Konkurrenz fernhalten

Der Ton wird rau: In der nichtöffentlichen Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag ist es zu heftigen verbalen Attacken großer örtlicher Träger wie Caritas und Diakonie in Richtung der Stadtverwaltung und des Gemeinderats gekommen. Anlass war die empfohlene Vergabe des Betriebs der neuen Kindertagesstätte Baldung-Grien-Straße an den privaten Stuttgarter Träger „Himpelchen und Pimpelchen“.

Pforzheim. Dass ein überörtlicher Anbieter zum Zuge kommt, kritisieren die Träger scharf, auch in Form eines Briefs der örtlichen Liga der Wohlfahrtsverbände, in der sie vertreten sind. Die Vergabe ist Folge eines seit einem Jahr geltenden, für alle Träger gleichen und öffentlich einsehbaren Interessenbekundungsverfahrens, an dem sich bislang als einziger Pforzheimer Träger der Internationale Bund beteiligte – er kam in der Kronprinzenstraße zum Zug sowie in einer europaweiten Ausschreibung der Stadt Mühlacker, nun wurde er zweiter.

Die Kritik der Träger an dieser Vorgehensweise der Stadt war laut Schilderung von Sitzungsteilnehmern ungewöhnlich scharf und beinhaltete Angriffe auf persönlicher Ebene. Um zu verhindern, dass auswärtige Träger zum Zuge kommen, solle ein Bewertungsystem die örtlichen Anbieter besser stellen als externe. In den Angeboten der Pforzheimer Kita-Träger fehlt allerdings wie berichtet eine vierstellige Zahl an Plätzen, Tendenz zunehmend. Nach PZ-Informationen müssen im Frühjahr vorraussichtlich noch mehr Absagen an Eltern verschickt werden als im Vorjahr, damals rund 1200.

Unterdessen geht der Kita-Ausbau auch aus anderen Gründen verzögert voran. Die Bauernhofkita, die in Kooperation mit der Schäferei Golderer seit November nur eingeschränkt arbeitet, kann frühestens im März durchstarten. Sozialamtsleiter Rüdiger Staib erklärte im Ausschuss, dass ein Teil der Holzbauten erst jetzt fertiggestellt werden könnte. Das hat sich hingezogen, weil der Betreiber Kita-Natura wochenlang auf eine Baugenehmigung der Stadt warten musste. Eltern konnten ihre Kinder nur zwei Stunden am Tag unterbringen. Eigentlich könnte die Einrichtung 20 Mädchen und Jungen betreuen. Mehr lesen Sie am 9. Februar 2019 in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.