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Das ehemalige Sinn-Leffers-Gebäudes an der Leopoldstraße soll ein Sozialrathaus werden.  Foto: Moritz 

Trotz Kritik: Ja zum Sozialrathaus im Sinn-Leffers-Gebäude - Supermarkt soll ins Erdgeschoss

Pforzheim. Der Gemeinderat hat in nicht-öffentlicher Sitzung den Weg frei gemacht für die Umgestaltung des ehemaligen Sinn-Leffers-Gebäudes an der Leopoldstraße durch einen Investor. Hier soll ein moderner Neubau entstehen, in dem die Stadt Pforzheim Büroflächen für ein Sozialrathaus anmietet. Mit dem Beschluss, der nach PZ-Informationen mit den Stimmen von CDU, SPD, Grüner Liste, Bündnis 90/Grünen und WiP/Linken fiel, wird die Verwaltung beauftragt, das vorliegende – nicht verbindliche – Angebot des Gebäudeeigentümers zu Ende zu verhandeln und dafür den Zuschlag zu erteilen, wenn es nicht noch zu wesentlichen Änderungen kommt.

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Moderner Neubau an der Leopoldstraße: Gemeinderat macht Weg frei für Umgestaltung des ehemaligen Sinn-Leffers-Gebäudes

Geplant ist weiterhin der Umzug des Lebensmittelmarkts vom Untergeschoss ins Erdgeschoss des neuen Gebäudes. „Der Gemeinderat hat heute eine sehr gute Entscheidung getroffen“, kommentiert OB Peter Boch. „Wir haben jetzt die Chance, ein langjähriges Provisorium zu beenden und die Innenstadt an zentraler Stelle attraktiver zu gestalten.“ Es sei dringend geboten, dass der Bereich Zerrennerstraße/Leopoldstraße aufgewertet werde. „Durch den geplanten Umzug des Lebensmittelmarkts ins Erdgeschoss wird zudem der Einzelhandelsstandort gestärkt.“ Darüber hinaus liege ein weiteres Ziel in der Konzentration des Jugend- und Sozialamts in unmittelbarer Nähe zu den zentralen Rathäusern an insgesamt nur noch zwei Standorten. Bislang ist dieses Amt auf neun Standorte verteilt. Dies sei dauerhaft nicht tragbar.

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Schwere Vorwürfe belasten die Sinn-Leffers-Pläne - Anwaltsschriftsatz spricht von Betrug und Insolvenzverschleppung

„Wir halten den Sinn-Leffers-Beschluss einer Gemeinderatsmehrheit für – zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt – komplett unverantwortlich“, kommentiert dagegen der Vorsitzende der FDP/FW/UB/LED-Fraktion, Hans-Ulrich Rülke, und erinnert an wirtschaftsstrafrechtlich relevante Vorwürfe gegen den Investor. Sie könnten das Projekt möglicherweise ins Wanken bringen und die Stadt regional und überregional in ein fatales Licht rücken, so Rülke weiter. „Und anstatt die Klärung dieser Vorwürfe abzuwarten werden sie unter den Teppich gekehrt und es wird mit der Brechstange ein Beschluss herbeigeführt, der der Stadt schweren Schaden zufügen könnte.“