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Der Blick nach oben treibt Sorgenfalten in die Gesichter: OB Gert Hager, der designierte Bäder-Chef Bernd Mellenthin und der Erste Bürgermeister Roger Heidt (von links) beim Gerüst über dem Schwimmerbecken des Emma-Jaeger-Bads. Foto: Seibel
Der Blick nach oben treibt Sorgenfalten in die Gesichter: OB Gert Hager, der designierte Bäder-Chef Bernd Mellenthin und der Erste Bürgermeister Roger Heidt (von links) beim Gerüst über dem Schwimmerbecken des Emma-Jaeger-Bads. Foto: Seibel
Schäden über Schäden: Ein freigelegtes Hüllrohr im Spannbetonbinder, jeder der 8 Binder enthält 2 Hüllrohre mitje 36 Spannstählen.
Schäden über Schäden: Ein freigelegtes Hüllrohr im Spannbetonbinder, jeder der 8 Binder enthält 2 Hüllrohre mitje 36 Spannstählen. © Privat
Ein geöffnetes Hüllrohr mit Zementverpressten Spannstählen.
Ein geöffnetes Hüllrohr mit Zementverpressten Spannstählen. © Privat
Freigelegte Spannstähle.
Freigelegte Spannstähle. © Privat
24.07.2015

Trübe Aussichten für Badegäste: Schäden über Schäden im „Emma“ und in Huchenfeld

Pforzheim. Immer mehr Schäden treten bei den Untersuchungen zutage: Huchenfelds Stadtteilbad und das Emma-Jaeger-Bad bleiben wohl zumindest für Monate dicht. In Huchenfeld ist rings ums Becken der Beton feucht. Im „Emma“ deutet vieles darauf hin, dass die Decke einsturzgefährdet sein könnte.

Oberbürgermeister Gert Hager weiß um die Gerüchte, die in sozialen Netzwerken kursieren. Etwa dass Pforzheim alle Bäder an einen Investor verkaufen wolle. Oder dass die Stadt kein Geld für Bäder habe, weil sie 20 Millionen Euro in die Westtangente pumpe – obwohl dieses Geld vom Bund kommt. „Es geht wild durcheinander“, sagt Hager. Um Klarheit zu schaffen, hat der OB mit dem Ersten Bürgermeister Roger Heidt zum Pressegespräch geladen. Fotos vom Bad in Huchenfeld und ein Ortstermin im Emma-Jaeger-Bad führen vor Augen, wie schlimm es steht. Hüben wie drüben treten immer mehr Schäden zutage. Beide Hallenbäder bleiben wohl mindestens für Monate dicht. Der designierte Bäderchef Bernd Mellenthin steht vor der Mammutaufgabe, zumindest den Schul- und Vereinssport einigermaßen aufrechtzuerhalten.

„Kein Bad in Pforzheim wird ersatzlos gestrichen“, versichert Hager. Für kein Bad gebe es Vorfestlegungen. Er betont zugleich: „Sicherheit geht vor.“ Keiner wolle sich ein zweites Bad Reichenhall ausmalen. Dort hatte es 2006 beim Einsturz der Eislaufhalle 15 Tote gegeben.Deshalb würden beide Hallenbäder akribisch untersucht.

Noch gibt es keine Ergebnisse. Die Gutachten für Huchenfeld sollen am Montagabend vorliegen und am Folgetag im Gemeinderat präsentiert werden. Das „Emma“ bleibt auf jeden Fall bis Ende September zu. Resultate werden am 12. Oktober nichtöffentlich im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen diskutiert – wenn es nicht schon zuvor eine Hiobsbotschaft gibt. Das Nichtschwimmerbecken im „Emma“ ist bereits gesperrt, das Schwimmerbecken hält nach derzeitigem Stand maximal bis Ende 2016. Die Empore muss weg. Von oben droht weitere Gefahr. Wie der technische Bäder-Leiter Werner Pfitzenmaier erläutert, werden die Spannbeton-Binder an der „Emma“-Decke untersucht, die sich aus zwei Hüllrohren mit je 36 Stahlsträngen zusammensetzen. Der bereits festgestellte oberflächliche Rost verheißt nichts Gutes. Acht Streben gibt es. Weist nur eine eine tiefergehende Korrosion auf, wäre das „ein K.-o.-Kriterium“, sagt Mellenthin. Sprich: Dann wäre die gesamte Decke einsturzgefährdet.

Auch in Huchenfeld ist das Zwischenfazit düster. „In den letzten Jahrzehnten wurde zu wenig bis gar nichts gemacht“, sagt Roger Heidt, „das fällt uns jetzt auf die Füße.“ Er lässt Steckbriefe erstellen: Wo muss wie schnell wie viel investiert werden, um die Lebenszeit des jeweiligen Bads um mindestens fünf Jahre zu verlängern? Ergebe sich irgendwo ein Sanierungsaufwand von mehreren Millionen Euro, müsse man dort einen Neubau erwägen, so Hager.

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