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Stadtarchiv-Leiterin Klara Deeke im Gespräch mit Professor Markus Thome, der den Plan von 1830 für zwei Türme an der Schloßkirche entdeckt hat. Frei
Stadtarchiv-Leiterin Klara Deeke im Gespräch mit Professor Markus Thome, der den Plan von 1830 für zwei Türme an der Schloßkirche entdeckt hat. Frei
29.09.2015

Tübinger Studenten stellen Forschungsarbeit zur Schloßkirche vor

Wiederaufbau oder Neuaufbau? Als nach dem Luftangriff der Royal Air Force am Abend des 23. Februar 1945 auch die Schloß- und Stiftskirche St. Michael nur noch eine Ruine war, stand für eine Gruppe um den Denkmalpfleger Alfons Kirchenmauer fest, dass das „steinerne Geschichtsbuch der Stadt Pforzheim“ wieder aufgebaut werden muss.

Treibende Kraft wurde die „Stiftung der Freunde der Schloßkirche“, die im Februar 1946 gegründet wurde. Am 22. September 1957 konnte das Gotteshaus wieder eingeweiht werden. Doch es hatte sein „Gesicht“ verändert.

Im Rahmen der Reihe „Montagabend im Archiv“, die in Kooperation mit der Löblichen Singergesellschaft von 1501 in Pforzheim stattfindet, referierte Professor Dr. Markus Thome (stellvertretender Geschäftsführender Direktor des Kunsthistorischen Instituts der Eberhard Karls Universität Tübingen) im Vortragssaal des Stadtarchivs über das Thema: „St. Michael in Pforzheim. Die Kunstgeschichte und der Wiederaufbau nach 1945.“ Mit Studenten hatte sich Thome in einem Forschungsprojekt dieses Themas angenommen.

Unbekannt, bis es Thome entdeckte, war übrigens ein Skizzenbuch des Baumeisters Karl August Schwarz, der im Auftrag von Markgräfin Amalie im Jahr 1830 Ausbau und Restaurierung der Schloßkirche plante – mit zwei hohen Türmen. Wenn 2017, das Jubiläum „60 Jahre ,neue Schloßkirche ansteht, hofft Stadtarchiv-Leiterin Klara Deeke, dass die Ergebnisse der Forschungsarbeit als Buch präsentiert werden können. Denn die Schloßkirche, so Thome, sei außerhalb der Region „ein unterschätzter Sakralbau“.