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28.10.2013

Überfall auf Spielhalle: Angeklagter schiebt Schuld auf andere

Pforzheim. Was den bewaffneten Überfall auf eine Spielhalle in Pforzheim am 10. April dieses Jahres angeht, sieht sich der 23 Jahre alte Hauptangeklagte nach wie vor als Opfer. So sollen ihn der ebenfalls auf der Anklagebank sitzende 37 Jahre alte Ahmed P. (Namen geändert) sowie sein Nachbar zu der Tat gezwungen haben, so Zacharias S.

Die beiden hätten auch die Beute – rund 4200 Euro – unter sich aufgeteilt. Um ihn gefügig zu machen habe man ihm vor dem Überfall eine Waffe an den Kopf gehalten und gedroht seiner Mutter etwas anzutun. Ahmed P. und der Nachbar im Zeugenstand bestritten die Anschuldigungen.

Im Rahmen der gestrigen Fortsetzung des mehrtägigen Verfahrens wegen schweren Raubes vor der Auswärtigen Großen Strafkammer präsentierte Zacharias S. weitere Vorwürfe gegen seinen Mitangeklagten

So soll ihn Ahmed P. wenige Tage vor dem Überfall dazu gezwungen haben von mehreren Leuten Geld einzutreiben – bei den Beträgen habe es sich um Erlöse aus den Drogengeschäften von Ahmed P. gehandelt. Auch will Zacharias S. mehrere Male dabei gewesen, als Ahmed P. in einer Wohnung in Pforzheim Drogen entgegen nahm, um diese weiter zu verkaufen.

Ahmed P. bestreitet die Vorwürfe vehement. Auch den Vorwurf, dass er in Stuttgart ein Bordell betreibe und die Räumlichkeiten voller Stolz einmal Zacharias S. gezeigt haben soll. Frauen seien zu dem Zeitpunkt keine vor Ort gewesen, verriet Zacharias S. und um dies zu ändern habe ihn Ahmed P. gezwungen auf seinen Namen ein Auto anzumelden. Der Grund soll gewesen sein, dass man gemeinsam nach Griechenland und Bulgarien fahren wollte, um neue Prostituierte zu besorgen. Die Reise habe aber letztlich dann doch nicht stattgefunden, weil der Wagen einen Motorschaden gehabt habe und Ahmed P. nicht genug Geld hatte, um die Reparatur zu bezahlen, so Zacharias S.

„Ich weiß nicht, in welcher Welt der lebt“, meinte Ahmed P. bezüglich Zacharias S. und der durch ihn erhobenen Anschuldigungen. Auf Nachfragen des Vorsitzenden Richters Hermann Meyer, ob er ein Bordell in Stuttgart betreibe und ob er zusammen mit Zacharias S. Mädchen aus Bulgarien dorthin verbringen wollte, antwortete der Angeklagte jeweils mit „nein“.

Das Verfahren wird am Freitag, 8. November um 9 Uhr fortgesetzt.

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