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Am Mittwoch, 3. Mai wird im neuen Pforzheimer Tunnel unter der Nordstadt der Durchschlag gefeiert. Der neue Tunnel musste den alten ersetzen, weil das über 150-jährige Bauwerk nicht mehr den heutigen Anforderungen des Bahnbetriebs entsprach.
Am Mittwoch, 3. Mai wird im neuen Pforzheimer Tunnel unter der Nordstadt der Durchschlag gefeiert. Der neue Tunnel musste den alten ersetzen, weil das über 150-jährige Bauwerk nicht mehr den heutigen Anforderungen des Bahnbetriebs entsprach. © Ketterl
02.05.2017

Überpünktliche Bahn: Früherer Durchschlag am Pforzheimer Tunnel

Pforzheim. Die Deutsche Bahn kann nicht nur im klassischen Bahnverkehr weitgehend pünktlich sein, bei manchen Bauarbeiten ist das Unternehmen sogar überpünktlich. Wie zum Beispiel beim Tunnelneubau unter der Pforzheimer Nordstadt, wo es früher als geplant den Durchschlag gibt.

Die Arbeiten im neuen Pforzheimer Tunnel zwischen dem Eingang Emil-Strauss-Straße/Hachelbrücke und dem Ausgang in Richtung Ispringen neben der Königsbacher Landstraße kommen zügiger voran als geplant. Deshalb können die Tunnelbauer nach insgesamt 909 Metern unterirdischem Vortrieb bereits am Mittwoch, 3. Mai, den erfolgreichen Durchschlag mit Tunnelpatin Sabine Hager feiern.

Der Pforzheimer Tunnel auf der Bahnstrecke Karlsruhe-Mühlacker ist bereits seit über 150 Jahren in Betrieb und entsprach technisch nicht mehr den heutigen Anforderungen des Bahnbetriebs. Nach Prüfung verschiedener Varianten wurde die Entscheidung für die Stilllegung des bestehenden Tunnels und für den Bau einer neuen zweigleisigen Röhre getroffen. Im August 2015 begannen die Hauptbauarbeiten.

Auf knapp 900 Metern Länge verbindet der Pforzheimer Tunnel die Gemeinden des Kämpfelbachtals mit der Stadt Pforzheim. Unmittelbar nach dem Tunnelportal beginnt der Einfahrtsbereich zum Pforzheimer Hauptbahnhof. Der zweigleisige Tunnel wurde von 1858 bis 1860 erbaut und 1958 mit einer Oberleitungsanlage nachgerüstet. Er verfügt jedoch über einen Gleisabstand von lediglich 3,64 Metern.

Die neue zweigleisige Röhre entstand parallel zum bestehenden Tunnel. Sie berücksichtigt die Vorgaben zum Gleisabstand und stellt insbesondere die Sicherheitsbestimmungen und die Vorgaben an das Rettungskonzept sicher. Außerdem wird eine Sohle eingebaut, um den Tunnel abzudichten und das Eindringen von Grundwasser zu verhindern. Die unter Denkmalschutz stehende Hachelbrücke in der Nähe des Tunnelportals Pforzheim bleibt erhalten.

Die neue Tunnelröhre wird in Spritzbetonweise gebaut. Dafür sind rund 600 Meter Arbeiten im Fels und rund 300 Meter Arbeiten im Lockergestein nötig, die im Schutze eines sogenannten Rohrschirmes stattfinden. Dieser besteht aus mehreren, nebeneinander liegenden Rohren, die für mehr Stabilität sorgen.

Die Bauarbeiten erforderten einen Eingriff in die vorhandene Natur. So mussten zum Beispiel für die Einrichtung der Baustelle Gehölze zurückgeschnitten werden. Als Ausgleich dafür wurden unter anderem neue Bäume gepflanzt und nahe des Tunnelportals Ispringen entlang der Straße Unterm Wolfsberg Wiesen angesät.