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Symbolild: dpa
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15.03.2019

Umbruch in der Katholischen Kirche wirkt auf Dekanat Pforzheim

Pforzheim. Immer weniger Priester, weniger Pastoralreferenten und kirchliche Mitarbeiter und weniger Kirchenbesucher führen dazu, dass es zwangsläufig bis 2030 größere Seelsorgeeinheiten gibt. Damit befassten sich unter anderem die Dekanatsräte im katholischen Dekanat bei ihrer jüngsten Sitzung im Gemeindezentrum von Herz–Jesu.

Dazu gab es auch aktuelle Berichte von der diözesanen Pastoralkonferenz in Freiburg. Dort diskutierten kürzlich 170 Frauen und Männer über die Zukunft der Kirche im Erzbistum Freiburg. Darunter waren aus Pforzheim Dekan Bernhard Ihle, sein Stellvertreter Pfarrer Georg Lichtenberger und der Vorsitzende des Dekanatsrates Karl Heinrich Döring sowie sein Stellvertreter Karl–Heinz Renner. Dabei ging es um die Strukturen der Zukunft, um Leitungsmodelle angesichts der Rückgänge des kirchlichen Lebens in einer veränderten Gesellschaft. Die Diskussion drehte sich dabei auch um die Arbeit vor Ort, die so zu organisieren sei, dass die Kirche nahe bei den Menschen ist. Bei dieser knappen Versorgung war natürlich auch das Thema Zölibat ein Diskussionsthema, bei dem der Erzbischof Stephan Burger keine Entscheidung treffen könne, da dies Rom vorbehalten sei.

Waren es vor der ersten Reform im Dekanat Pforzheim noch 17 Pfarreien, die jeweils noch eine Reihe von Filialgemeinden zu betreuen hatten, blieben danach noch fünf Seelsorgeeinheiten übrig und in einem nächsten Schritt erhalten die Einheiten bis in das Jahr 2030 die Größe eines Dekanats. So müssen Pfarrer in Zukunft viel mehr Hilfe zulassen, um so ein großes Gebilde zu leiten. Es braucht aber dazu auch viele Laien, die bereit sind Dienste in der Seelsorge zu übernehmen.

Grundlage für die Zukunft

Der Beginn der Sitzung fand in der Herz–Jesu-Kirche statt. Dort erklärte Dekan Bernhard Ihle die Architektur und die Innenraumgestaltung. Der Dekanatsratsvorsitzende Karl Heinrich Döring begrüßte danach im Gemeindezentrum den Leiter der Regionalstelle Tobias Speck und den neuen stellvertretenden Dekan, Pfarrer Georg Lichtenberger.

Die erarbeitete Pastoralkonzeption für das Dekanat Pforzheim bezeichnete Generalvikar Axel Mehlmann in einem Schreiben als wohldurchdachte, zukunftsorientierte Grundlage für die weitere Arbeit im Dekanat Pforzheim. Pastoralreferent Tobias Gfell konnte dabei auch von erfolgreichen Umsetzungen berichten. Auch der Leiter der Regionalstelle fand die Konzeption gelungen. Es ist dabei auch Ansporn für die anderen Dekanate, da sie die erste veröffentlichte Konzeption innerhalb der Erzdiözese ist.

Beim Bericht über die Pastoralkonferenz in Freiburg waren einige Zahlen interessant, die Erzbischof Stephan Burger bewegten, die Kirche der Zukunft neu zu strukturieren. 2005 gab es noch 1750 Pfarreien in der Erzdiözese. Heute sind es 227 Seelsorgeeinheiten und in Zukunft 40 Pfarrzentren, die ein Priester und ein Verwaltungsfachmann leiten. Auch die Finanzen sind rückläufig. Damit wird es schwierig die 5400 Gebäude der Erzdiözese weiter zu unterhalten. Dekan Bernhard Ihle lobte die gute Atmosphäre bei der Konferenz, bei der sich die Frauen deutlich zu Wort gemeldet hätten. Die Richtung der Zukunft soll die nächsten zwei Jahre diskutiert werden. Auch die Gremien vor Ort sollen Gehör finden.

Zehn Punkte sind dabei vom Erzbischof gesetzt und bei sechs Punkten darf sich auch die Ortskirche einbringen, was Pfarrer Georg Lichtenberger als ungleich bemängelte. Er stellte sich gleichzeitig dem Gremium vor. Dekan Bernhard Ihle beglückwünschte ihn zu seinem neuen Amt und segnete ihn. Danach folgten noch eine Reihe Aktionsberichte aus den einzelnen Seelsorgeeinheiten und Gruppierungen, die im Dekanatsrat vertreten sind. Auch dem Kirchenchor St. Josef in Eutingen geht die Luft aus und ist nach 100-jährigem Bestehen am 17. März zum Patrozinium letztmals aktiv.