760_0900_114078_Bestatter.jpg
Das Tragen der Särge obliegt neuerdings wieder den jeweiligen beauftragten Pforzheimer Bestattern.  Foto: Bernd Thissen 

Umdenken in der Friedhofsverwaltung - Darum sehen Pforzheimer Bestatter nun neue Chancen

„Endlich gibt es einen Wettbewerb unter den Bestattern“, sagt Patrick Wolters, seit vier Jahren Inhaber des gleichnamigen Bestattungsunternehmens in Büchenbronn. Die neuen Regelungen bei der Vergabe von Leistungen auf dem Hauptfriedhof beendeten eine seit Jahren schwierige Situation.

Und auch Ulrich Brüggemann vom gleichnamigen Bestattungshaus erkennt ein „Umdenken in der Friedhofsverwaltung“. Denn nachdem das kommunale Pforzheimer Bestattungshaus auf dem Hauptfriedhof vor 16 Jahren privatisiert worden war – zu den zehn Gesellschaftern gehörten ein Bestattungsinstitut, die Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner und deren damaliger Gesellschafter, sowie Friedhofsgärtner und Steinmetze – wurden auch die Bestattungsaufgaben, wie das Öffnen und Schließen der Gräber und die Trauerfeiern der Genossenschaft übertragen.

Pforzheim

Bestattungen in Pforzheim: Alle Leistungen für mindestens sechs Monate sichergestellt

Dazu wurde die sogenannte Arbeitsgemeinschaft gegründet, federführend war das private Pforzheimer Bestattungshaus. Die Firma hatte bis vor kurzem ihren Sitz direkt im Gebäude des städtischen Hauptfriedhofs, gleich beim Friedhofsamt. Manch einer der Trauernden hielt es gar für eine städtische Einrichtung. Die  Stadt will jetzt, nach deren Auszug, die freigewordenen ebenerdigen Räume für die Friedhofsverwaltung nutzen. 

Pforzheim

Angst vor Coronavirus und Probleme beim Erdaushub: Bestatten wird zur Herausforderung

Die Arbeitsgemeinschaft hat 15 Jahre lang ein ganzes Bündel an Aufgaben wie das Sargtragen, den Grabaushub und die Reinigung für die Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner, in der 350 Betriebe organisiert sind, erledigt. Den Auftrag dazu hatte die Stadt erteilt.

Allein drei der sechs in Pforzheim ansässigen Bestatter waren in der Arbeitsgemeinschaft organisiert, einer davon war das private Pforzheimer Bestattungshaus. Des weiteren waren diverse private Fachfirmen mit im Boot. Es ging um lukrative Aufträge, allein vergangenes Jahr zahlte die Stadt nach eigenem Bekunden 750 000 Euro für die erbrachten Leistungen.

Martina Schaefer

Martina Schaefer

Zur Autorenseite