nach oben
25.11.2009

Umfrage: Vertrauen der Pforzheimer in Stadt erschüttert

PFORZHEIM. Wenn die Staatsanwaltschaft ein Rathaus durchsucht, macht das nicht gerade einen guten Eindruck bei den Menschen. Bei vielen Pforzheimern ist das Vertrauen in die Stadtverwaltung durch die früheren Finanzgeschäfte der Stadt ohnehin schon erschüttert.

Aufgrund von hochspekulativen Geldanlagen droht der Stadt die Pleite. Doch was von den Menschen nun auch bemerkt wird, ist das Bemühen des neuen Oberbürgermeisters Gert Hager, Transparenz in die Vorgänge auf den Chefetagen des Rathauses zu bringen. Dieser hatte sich am Dienstag sofort an die Presse gewandt, als die Staatsanwälte begannen, das Rathaus zu durchsuchen – auch die Privatwohnungen der ehemaligen Oberbürgermeisterin Christel Augenstein und der Kämmerin Susanne Weishaar sollen aufgrund einer anonymen Anzeige durchsucht worden sein.

Fragt man die Menschen in Pforzheim, so wird eines schnell deutlich: Dass die hochspekulativen Finanzgeschäfte auf Unwissenheit von Oberbürgermeisterin Christel Augenstein und Kämmerin zurück zu führen sind, will niemand glauben. „Die müssen sich doch auskennen, die haben das doch gelernt“, meint einer der Befragten bei einer Umfrage von PZ-news. Und: „Wenn ich so einen Posten habe, muss ich doch merken, wenn ich über den Tisch gezogen werde.“ Eine andere Befragte meint: „Das ist doch bewusst passiert.“

Bis zu 77,5 Millionen könnten der Stadt durch die Derivate-Geschäfte verloren gehen – im schlimmsten Fall. Dennoch: Helfen wollen die meisten Pforzheimer ihrer Stadt deshalb nicht. „Geld spenden werde ich sicher nicht“, lautet häufig die Antwort. „Denen kann man nicht mehr helfen“, findet ein anderer. Ohnehin sollte man „die zur Verantwortung ziehen, die das gemacht haben“.

Dass die Bürger selbst die Leidtragenden sind, wenn es mit der Finanznot wirklich so weit kommt, da sind sich alle sicher. Weniger Investitionen in Kindergärten und Schulen oder Einschnitte bei öffentlichen Einrichtungen sind für die Bürger die logische Konsequenz des Debakels. „Kürzungen bei Schwimmbädern, Turnhallen und Sportvereinen“ vermutet einer, ein anderer meint, die Armut in Pforzheim sei an allen Ecken der Stadt sichtbar.

Leserkommentare (0)