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Polizeibeamte umstellen am 27. Oktober die Nordstadtschule. Eine 13-jährige Schülerin hatte mutwillig die Warnanlage betätigt und damit einen Fehlalarm ausgelöst. Foto: Meyer
Polizeibeamte umstellen am 27. Oktober die Nordstadtschule. Eine 13-jährige Schülerin hatte mutwillig die Warnanlage betätigt und damit einen Fehlalarm ausgelöst. Foto: Meyer
20.11.2017

Umfrage an Pforzheimer Schulen: Amok-Alarm läuft überall anders

Nach dem Fehlalarm an der Nordstadtschule ist das Thema Sicherheit an den Pforzheimer Schulen wieder aktueller denn je. Die Stadt hatte bereits 2009 beschlossen, alle Schulen technisch nachzurüsten. Eine Umfrage zeigt jedoch, dass auch acht Jahre nach diesem Beschluss die Unterschiede zwischen den Schulen nach wie vor groß sind.

Pforzheim. Knapp vier Wochen ist es her, dass eine 13-Jährige den Knopf für den Amokalarm in der Nordstadtschule drückte. Zwar konnte von der Polizei schon nach kurzer Zeit Entwarnung gegeben werden. Doch das Erlebte hat Fragen aufgeworfen: Wie gut sind die Schulen auf einen Amok vorbereitet? Und welche Warnsysteme helfen, um im Falle des Falles alles Notwendige in die Wege zu leiten?

2009, nach dem Amoklauf von Winnenden, bei dem ein 17-Jähriger 15 Menschen und anschließend sich selbst tötete, wurde in Pforzheim die Arbeitsgruppe „Sicherheit an Schulen“ gegründet, die sich genau mit diesen Themen befassen solltet.

Acht Jahre später, verweist man auf Nachfrage bei der Stadt zum Thema Amok auf eben jene Arbeitsgruppe, die aus Vertretern von Polizei, Feuerwehr, der Stadt, des Landratsamts und verschiedener Gemeinden aus dem Enzkreis besteht. „Ihr Ziel war die Einführung einheitlicher Sicherheitsstandards an den Schulen im Stadtgebiet Pforzheim und im Enzkreis. Das daraufhin für die Stadt Pforzheim geschnürte Maßnahmenpaket umfasst allesamt Maßnahmen im baulichen Bereich, die über mehrere Haushaltsjahre umgesetzt werden sollen“, erklärt Pressesprecher Philip Mukherjee. Zu diesen baulichen Maßnahmen zähle die Umrüstung auf elektroakustische Lautersprecheranlagen, Raumnummerierungen im Inneren der Klassenräume sowie neue Schließanlagen an den Türen.

Seit 2009 hätten die vereinbarten Maßnahmen jedoch nur teilweise und auch nicht an allen Schulen umgesetzt werden können. „Die elektroakustischen Lautsprecheranlagen sind grundsätzlich an allen Schulen vorhanden“ sagt Mukherjee. Anders sehe es bei den Schließanlagen und den Raumnummerierungen aus. Die sollen in den kommenden zwei Jahren flächendeckend an den noch nicht ausgestatteten Schulen installiert werden, so der städtische Pressesprecher.

Eine Umfrage unter den Pforzheimer Schulen zeigt: Während manche Gebäude, wie das der Nordstadtschule, mit modernsten Warnsystemen und Schließanlagen ausgestattet sind, müssen andere Einrichtungen im Falle eines Amoks auf die einfache Durchsage zurückgreifen.

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