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Das Ende zuerst: Quer gelegt tritt die Platane ihre Reise an den neuen Standort bei der Huchenfelder Schule an. Fotos: Seibel
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Daniel Mayerhöfer bringt die riesige blütenförmige Schaufel in Stellung.
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Der umschlossene Wurzelballen der Platane wird aus dem Boden gezogen.
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Zentimeter für Zentimeter bohren sich die vier spitzen Spaten in die Erde.
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Vier bis fünf Tonnen Material braucht es, um die jeweiligen Löcher wieder aufzufüllen.

Umpflanzung des Pforz-Hain: Bäume gehen auf Reisen

Pforzheim. Für die Leitungsarbeiten an der Östlichen beim Schloßberg müssen die Platanen weichen. Mit schwerem Gerät werden sie aus der Erde gehoben und in Huchenfeld wieder eingepflanzt.

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Umpflanzung des Pforz-Hain: Platanen gehen auf Reisen

Zentimeter für Zentimeter beißen sich die vier mächtigen Spaten in den Erdboden an der Östlichen beim Schloßberg. Es knirscht und knarzt, doch die Hydraulik des Spezialgeräts, das mit den Experten der Firma Opitz aus dem fränkischen Heideck gekommen ist, zeigt sich unbeeindruckt. Schließlich, nach ein paar Minuten, haben die massiven Schaufeln das Wurzelwerk der Platane im Erdboden umschlossen, sich dabei wie eine Blüte zusammengefaltet, und heben den Baum Stück für Stück nach oben. Sechs bis sieben Tonnen wiegt die Platane inklusive des Erdballens um die Wurzeln. Die Räder des Lastwagens heben für einen Moment vom Boden ab angesichts des Gewichts.

Jörg Stahlheber und Daniel Mayerhöfer sind Spezialisten für sogenannte Großbaumverpflanzungen. Was für Laien und Passanten vor dem Technischen Rathaus spektakulär oder mindestens originell anmutet, ist für sie tägliches Geschäft. Mit ihren Spezialgeräten können sie durchaus noch größere Bäume umsetzen, für Pforzheim hat die mittlere Variante gereicht. Ganz ohne Herausforderungen geht es aber auch hier nicht. Der Transport der Platanen durchs Stadtgebiet stellt besondere Anforderungen an das lose Erdreich um die Wurzeln. Bevor der ausgelöste Baum auf Reisen gehen kann, wird großflächig abgedeckt, damit unterwegs keine Erde und kein Schutt auf den Straßen landet.

In Huchenfeld an der Schule wartet bereits das mit der gleichen Maschine zuvor ausgehobene Loch, in das die Platane passgenau eingesetzt wird. Die Löcher in der Östlichen werden von drei Mitarbeitern des Grünflächenamts wieder aufgefüllt. Soll ja keiner reinfallen bis zum Beginn der Baustelle für die Leitungsverlegungen im Vorfeld der neuen Innenstadt-Ost. Das ganze Spiel hat sich gestern noch fünfmal wiederholt, bis heute Abend sollen dann auch die restlichen sechs Bäume umgezogen sein, vier davon in den Enzauenpark. Es sind nicht die ersten Großbaumverpflanzungen in Pforzheim, vor einigen Jahren schon sind etwa zwei Eichen von der Nordstadtschule an den Hauptfriedhof verlegt worden.

Damit sich die Platanen an ihren neuen Standorten gut verwurzeln, müssen sie für Jahre sehr regelmäßig gegossen werden, anfangs mit bis zu 1000 Liter Wasser wöchentlich. Wenn sie dann dort heimisch geworden sind, müssen sie übrigens keinen erneuten Umzug fürchten. Laut Jürgen Metzger, Abteilungsleiter im Grünflächen- und Tiefbauamt, werden sie dort bleiben und die umgestaltete Innenstadt von Grund auf neu bepflanzt. Und auch wenn die Bäume erst wieder Wurzeln schlagen müssen in Huchenfeld versichert Metzger, genauso wie die angereisten Experten, dass die Platanen vom ersten Tag an fest und sicher stehen werden und niemand fürchten muss, mitsamt Baum umzukippen, wenn er einen starken Stamm zum Anlehnen sucht.